Revolution auf dem Acker

Diese KI aus NÖ spart bis zu 95 Prozent Spritzmittel

Hightech aus dem Waldviertel erkennt Unkraut und spritzt nur dort, wo es nötig ist. Das soll Bauern Geld und bis zu 95 Prozent Herbizide sparen.
Victoria Carina  Frühwirth
02.10.2026, 06:45
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Eine Kamera schaut aufs Feld, eine Künstliche Intelligenz erkennt das Unkraut und mehr als 200 Düsen reagieren in Sekundenbruchteilen. Was nach Zukunftsmusik klingt, wird beim Unternehmen Farm-ING aus Horn bereits Realität.

KI entscheidet, welche Pflanzen vernichtet werden

Mit dem Projekt "Ultra High Precision Spot SprayING" will das Agrar-Hightech-Unternehmen Pflanzenschutzmittel nur noch genau dort ausbringen, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Hochauflösende Kameras erfassen während der Fahrt den Pflanzenbestand. Neuronale Netze unterscheiden Kulturpflanzen von Unkraut und steuern anschließend die einzelnen Düsen an.

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Der große Vorteil: Im Vergleich zur herkömmlichen Flächenspritzung soll sich der Herbizideinsatz laut Unternehmen um bis zu 95 Prozent reduzieren lassen.

Bis zu zwölf Meter Arbeitsbreite

Das System ist nicht nur für kleine Felder gedacht. Die Maschine schafft eine Arbeitsbreite von bis zu zwölf Metern und fährt mit bis zu acht Kilometern pro Stunde über den Acker.

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Über eine digitale Oberfläche können Bauern den Einsatz gleichzeitig überwachen. Dazu kommen GPS-Dokumentation und Auswertungen darüber, wo besonders viel Unkraut wächst. Weniger Pflanzenschutzmittel sollen damit nicht nur die Kosten senken, sondern auch Boden, Grundwasser und Artenvielfalt weniger belasten.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sieht darin ein Beispiel dafür, wie KI in der Praxis eingesetzt werden kann. "Farm-ING entwickelt im Waldviertel Hightech, die unsere Landwirtschaft effizienter und ressourcenschonender macht und gleichzeitig international gefragt ist", erklärte sie.

Preis für digitale Innovation

Für die Entwicklung wurde Farm-ING beim NÖ Innovationspreis 2026 mit dem Sonderpreis "Digitale Innovation" ausgezeichnet.

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Auch Wirtschaftskammer-NÖ-Präsident Wolfgang Ecker verweist auf das wirtschaftliche Potenzial der Technik. Farm-ING verbinde landwirtschaftliches Wissen mit KI und Maschinenbau und entwickle daraus Produkte für einen internationalen Markt.

Vom Ingenieurbüro zum Hightech-Betrieb

Gegründet wurde Farm-ING 2021 von Gregor Witzmann zunächst als Ingenieurbüro für Landtechnik. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen in Horn mehr als 40 Mitarbeiter und entwickelt unter anderem Feldrobotik, KI-gestützte Hacktechnik und Präzisionsgeräte für die Landwirtschaft.

Die eigenen Produkte werden direkt im Waldviertel entwickelt und montiert. Geschäftsführer Witzmann betont, dass die Technik aus konkreten Problemen auf Bauernhöfen heraus entstehe. Digitalisierung und Automatisierung sollen den Bauern Arbeit abnehmen und gleichzeitig den Einsatz von Ressourcen reduzieren.

VF,02.10.2026, 06:45
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