Wenn bei 40 Grad die Hitze in den eigenen vier Wänden unerträglich wird, greifen viele zum Ventilator. Doch ausgerechnet ein viel einfacherer Haushalts-Trick kann laut dem österreichischen Physiker Werner Gruber mehr bringen: nasse Wäsche.
Der Experte empfiehlt, frisch gewaschene Kleidung an heißen Tagen nicht in den Trockner zu geben, sondern direkt in der Wohnung aufzuhängen. "Wäschewaschen und nicht im Trockner die Wäsche trocknen lassen, sondern in der Wohnung."
Der Grund: Beim Verdunsten des Wassers entsteht Verdunstungskälte. Dieser physikalische Effekt kann die Raumtemperatur tatsächlich etwas senken. Laut Gruber seien zwar keine Wunder zu erwarten, doch der Effekt sei messbar: "Im Rahmen von ein bis zwei Grad, mehr ist es nicht."
Mit dem weitverbreiteten Glauben, ein Ventilator kühle den Raum, räumt Gruber hingegen auf. "Wenn ich jetzt rein die Luft in einen geschlossenen Raum umwälze, bringt es genau gar nichts." Der Ventilator senkt die Raumtemperatur nicht. Er hilft nur dann, wenn der Luftstrom direkt den Körper trifft – idealerweise auf feuchter Haut.
"Der Ventilator bringt dann etwas, wenn ich in der Nähe des Luftzuges sitze." Durch die schnellere Verdunstung von Schweiß werde dem Körper Wärme entzogen. Wer frisch geduscht ist oder schwitzt, profitiert daher besonders.
Wer die Wohnung wirklich deutlich herunterkühlen möchte, komme laut Gruber letztlich an einer Klimaanlage kaum vorbei. Wer darauf verzichten will, kann mit einfachen Maßnahmen wie Abdunkeln – und frisch gewaschener Wäsche auf dem Wäscheständer – zumindest ein paar Grad herausholen.