Garten-Tipps

Darum solltest du Pflanzen nie mit kaltem Wasser gießen

Die Hitze macht nicht nur uns zu schaffen, sondern auch unseren Pflanzen. Ein Gießfehler ist dabei besonders verbreitet.
Heute Life
03.08.2026, 14:07
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Die Sonne brennt vom Himmel, die Erde ist staubtrocken und die Blätter deiner Pflanzen hängen kraftlos nach unten. Der erste Impuls ist klar: Schnell den Gartenschlauch aufdrehen und mit eiskaltem Wasser für Abkühlung sorgen. Doch das kann deinen Pflanzen mehr schaden als nützen.

Warum kaltes Wasser zum Problem wird

An heißen Sommertagen heizen sich Erde und Pflanzgefäße stark auf. Besonders in Töpfen, Hochbeeten oder Balkonkästen erreichen die Wurzeln schnell Temperaturen von über 30 Grad. Frisches Leitungswasser kommt dagegen oft mit gerade einmal 10 bis 12 Grad aus dem Hahn. Dieser plötzliche Temperaturunterschied versetzt die Pflanze regelrecht in einen Kälteschock. Statt sich zu erholen, muss sie plötzlich gegen den starken Temperaturwechsel ankämpfen.

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Kälteschock stoppt die Wasseraufnahme

Das eigentliche Problem spielt sich im Inneren der Pflanze ab. Durch das kalte Wasser ziehen sich die feinen Leitungsbahnen schlagartig zusammen. Die Folge: Die Wurzeln können Wasser kurzfristig schlechter aufnehmen.

Paradox, aber wahr: Obwohl gerade gegossen wurde, können Pflanzen weiterhin unter Trockenstress leiden. Besonders wärmeliebende Arten wie Tomaten, Gurken, Zucchini sowie viele Balkon- und Zimmerpflanzen reagieren äußerst empfindlich auf diesen plötzlichen Kältereiz.

Schäden an den Wurzeln

Noch schwerwiegender sind mögliche Folgen für die empfindlichen Wurzelhaare. Sie übernehmen die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen und können durch den Temperaturstress geschädigt werden. Ist das Wurzelsystem geschwächt, wächst die Pflanze langsamer, wirkt kraftlos und wird anfälliger für Krankheiten. Gleichzeitig haben Pilze und Fäulniserreger leichteres Spiel, weil gestresste Pflanzen sich schlechter gegen Krankheitserreger wehren können.

So gießt du richtig

Am besten eignet sich Regenwasser aus der Regentonne. Es besitzt meist genau die richtige Temperatur und ist außerdem kalkarm. Wer Leitungswasser verwendet, sollte die Gießkanne einige Stunden vorher füllen. So kann sich das Wasser an die Umgebungstemperatur anpassen und belastet die Wurzeln deutlich weniger.

Ebenso wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Gegossen wird idealerweise früh am Morgen. Dann ist der Boden noch kühl, das Wasser verdunstet langsamer und gelangt direkt zu den Wurzeln. Abends ist Gießen ebenfalls möglich, allerdings sollte das Laub möglichst trocken bleiben, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Lieber seltener, dafür gründlich

Viele Hobbygärtner greifen bei Hitze täglich zur Gießkanne. Sinnvoller ist es jedoch, zwei- bis dreimal pro Woche ausgiebig zu wässern. Dadurch dringt das Wasser tief in den Boden ein und regt die Pflanzen an, kräftigere und tiefere Wurzeln auszubilden. Das macht sie widerstandsfähiger gegen Trockenperioden und hilft ihnen, auch längere Hitzephasen besser zu überstehen.

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