Das Wasserglas ist schnell nachgefüllt – vor allem an heißen Sommertagen. Die einen tragen ihre Trinkflasche überallhin mit, andere merken erst am Abend, dass sie kaum etwas getrunken haben. Doch wie viel Wasser braucht der Körper tatsächlich? Muss man täglich zwei oder gar drei Liter trinken? Und kann zu viel Wasser sogar schaden?
Der Körper besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser. Es transportiert Nährstoffe, reguliert die Körpertemperatur und hält Stoffwechsel sowie Kreislauf in Schwung. Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel kann zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder Kopfschmerzen führen.
Nach dem Gesundheitsportal des Gesundheitsministeriums Österreichs sollten Erwachsene täglich mindestens 1,5 Liter kalorienfreie oder -arme Getränke zu sich nehmen – am besten Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Kaffee und schwarzer Tee dürfen in Maßen ebenfalls zur täglichen Flüssigkeitsaufnahme gezählt werden.
Die Empfehlung gilt allerdings nur für normale Alltagssituationen: Sobald die Temperaturen steigen oder der Körper stärker schwitzt, verändert sich der Flüssigkeitsbedarf. Sport, körperliche Arbeit, Fieber, Durchfall oder Erbrechen erhöhen den Wasserverlust. Auch salzreiche Mahlzeiten oder eine eiweißreiche Ernährung können dazu führen, dass der Körper mehr Flüssigkeit benötigt. Das Gesundheitsportal Österreich weist darauf hin, dass sich der Flüssigkeitsbedarf bei großer Hitze sogar auf das Drei- bis Vierfache erhöhen kann.
Wichtig ist dabei nicht nur wie viel, sondern auch wie getrunken wird: Experten empfehlen, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken, statt große Mengen auf einmal. Sehr kalte Getränke können bei Hitze zudem Magenkrämpfe verursachen. Angenehm kühle Drinks werden meist besser vertragen.
Der Körper sendet oft recht deutliche Warnsignale. Durst ist das offensichtlichste Anzeichen – allerdings tritt er oft erst auf, wenn bereits Flüssigkeit fehlt.
Weitere Hinweise können trockene Lippen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel oder Konzentrationsprobleme sein. Besonders ältere Menschen verspüren Durst oft weniger stark und sollten deshalb bewusst auf regelmäßiges Trinken achten.
Ja, allerdings kommt das bei gesunden Menschen nur fast nie vor: Der Körper kann überschüssige Flüssigkeit normalerweise problemlos ausscheiden. Laut dem österreichischen Gesundheitsportal kann ein gesunder Erwachsener über den Tag verteilt sogar bis zu zehn Liter Wasser trinken.
Gefährlich wird es erst, wenn innerhalb kurzer Zeit extrem große Mengen aufgenommen werden. Etwa sechs Liter in kurzer Zeit können den Natriumgehalt im Blut so stark verdünnen, dass es zu einer sogenannten Hyponatriämie kommt. Diese Wasservergiftung kann Übelkeit, Kopfschmerzen, Krampfanfälle und im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Folgen haben.