Rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße klagen Anrainer seit Jahren über eine wachsende Drogenszene – besonders im Umfeld der Drogenberatungseinrichtung Jedmayer in Mariahilf. Nun macht die ÖVP erneut Druck auf die Stadt Wien: Während das Alkoholverbot am Franz-Jonas-Platz und am Praterstern als Erfolg gelte, werde eine ähnliche Maßnahme in Mariahilf weiter abgelehnt.
"Die SPÖ selbst bestätigt, dass Alkoholverbotszonen wirken: mehr Sicherheit, weniger Beschwerden, höhere Aufenthaltsqualität. Umso unverständlicher ist es, dass dieselbe Stadtregierung ein Alkoholverbot rund um den Jedmayer seit Jahren kategorisch ablehnt", kritisiert Martina Hammerer, Obfrau der ÖVP-Frauen Mariahilf.
Hammerer verweist auf aktuelle Zahlen: Mit 15,73 Suchtmitteldelikten pro 1.000 Einwohner liegt Mariahilf auf Platz zwei aller Wiener Bezirke. Als Vergleich nennt sie Floridsdorf mit 3,37 Delikten. "Wenn ein Alkoholverbot dort gerechtfertigt ist, wo die Belastung deutlich niedriger ist, dann muss es erst recht dort möglich sein, wo Anrainerinnen tagtäglich mit Unsicherheit, Verschmutzung und Angst konfrontiert sind", so Martina Hammerer.
Sie betont auch den Aspekt Sicherheit für Frauen: "Viele Frauen meiden bestimmte Bereiche rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße inzwischen bewusst – vor allem in den Abendstunden. Das kann und darf nicht der Normalzustand sein."
Wie "Heute" berichtete, verschärft sich die Lage im Winter zusätzlich: Teile der Szene verlagern sich laut Anrainerberichten in Stiegenhäuser und Keller. Bewohner berichten von Schäden, großem Reinigungsaufwand und hohen Kosten.
Die ÖVP-Frauen fordern daher ein Alkoholverbot rund um den Jedmayer als Teil eines Maßnahmenpakets. "Was am Franz-Jonas-Platz funktioniert, muss auch für die Menschen bei uns gelten", so Hammerer.