Berliner Charité

Ebola-Patient geheilt – Arzt darf Klinik verlassen

Der in Berlin behandelte Ebola-Patient hat das Spital verlassen. Der US-Arzt gilt als geheilt, der Ausbruch im Kongo ist bisher nicht unter Kontrolle.
Newsdesk Heute
06.06.2026, 15:42
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Ein US-Arzt, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hatte, konnte die Berliner Charité wieder verlassen. Der Patient sei nach rund zwei Wochen Behandlung in gutem Gesundheitszustand, teilte die Klinik mit.

Der Mann war am 20. Mai in der Charité aufgenommen worden. Bei ihm wurde das seltene Bundibugyo-Virus, eine Form des Ebola-Virus, per PCR-Test eindeutig nachgewiesen. Seit dem 30. Mai sei bei ihm kein Virus mehr nachweisbar gewesen. Deshalb hob das Gesundheitsamt die Isolationsanordnung am Samstag um 12 Uhr auf.

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Der Arzt war zuvor in der Demokratischen Republik Kongo tätig gewesen und hatte sich dort infiziert. Von Uganda aus wurde er mit einem Spezialflugzeug nach Berlin gebracht und unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in die Charité transportiert.

Dort wurde er auf einer Sonderisolierstation am Campus Virchow-Klinikum behandelt. Die Station ist vom normalen Klinikbetrieb getrennt, sodass kein Kontakt zu anderen Patienten entstehen kann. Laut deutschem Gesundheitsministerium bestand keine Gefahr für Bevölkerung oder andere Patienten.

Seine Ehefrau und vier Kinder kamen kurz darauf ebenfalls nach Berlin. Sie galten als "Hochrisikokontakte", zeigten aber keine Symptome und befanden sich in einem getrennten Bereich der Station in Quarantäne.

"Ich wurde erstklassig versorgt"

Der Patient selbst bedankte sich nach seiner Entlassung bei den Ärzten. "Ich wurde erstklassig versorgt, unter anderem mit experimentellen Therapien, die derzeit zur Behandlung dieser Virusart erprobt werden", erklärte er laut Charité. "Meine Dankbarkeit lässt sich mit Worten nicht angemessen beschreiben. (...) Unsere Gedanken sind auch bei den Menschen im Kongo, die nicht die Möglichkeit haben, eine solche Versorgung zu erhalten."

Zu Beginn sei der Mann laut Klinik stark geschwächt gewesen und habe typische Ebola-Symptome gezeigt. Zudem habe er eine hohe Viruslast gehabt. Durch eine kombinierte antivirale Therapie und weitere medizinische Maßnahmen hätten sich die Symptome bereits in der ersten Woche deutlich zurückgebildet. Auch die Laborwerte normalisierten sich.

"Wir sind sehr erfreut über den erfolgreichen Behandlungsverlauf und werten diesen als bedeutenden therapeutischen Erfolg", sagte Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité. "Die Sonderisolierstation der Charité hat sich einmal mehr als unverzichtbarer Baustein in der Bewältigung hochpathogener Infektionen erwiesen."

62 Todesfälle im Kongo

Während es dem US-Patienten wieder gut geht, ist der Ausbruch im Kongo und in Uganda laut Weltgesundheitsorganisation noch längst nicht unter Kontrolle. Im Kongo gibt es laut Africa CDC inzwischen 381 bestätigte Fälle, darunter 62 Todesfälle. Die WHO geht zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

In Uganda wurden bisher 16 Fälle und ein Todesfall bestätigt. Besonders schwierig bleibt laut WHO die Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Bisher konnten erst 45 Prozent jener Menschen ermittelt werden, die Kontakt zu Infizierten hatten. Um die Ausbreitung zu stoppen, wären jedoch 90 Prozent nötig.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.06.2026, 15:42
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