Die Sonne faucht und bombardiert unseren Planeten mit elektrisch geladenen Teilchen. Bereits seit den Morgenstunden prallen diese gegen das Magnetfeld der Erde.
"Ein geomagnetischer Sturm der Stärke G3 (stark) ist im Gange", warnte das US-Weltraumwetterzentrum der NOAA Donnerstagfrüh europäischer Zeit.
Der Schwellenwert sei aufgrund anhaltender Einflüsse koronaler Massenauswürfe (CME) der Sonne überschritten worden. Der aktuelle Sonnensturm dauerte demnach bis etwa Mittag an.
Der nächste Sonnensturm ist aber schon im Anrauschen. Am Freitag dürfte die Magnetosphäre der Erde wieder kräftig durchgeschüttelt werden. Bereits ab Mitternacht europäischer Zeit kann es losgehen.
"Die normale Abfolge von Ereignissen bei einem CME-Einschlag auf der Erde ist das Eintreffen der Schockfront, gefolgt von der magnetischen Wolke. Das Eintreffen der CME-Schockfront kann zu sofortigen und plötzlichen verstärkten geomagnetischen Reaktionen führen", erläutert das Weltraumwetterzentrum.
Einige Zeit nach dem Durchgang der Schockfront trifft dann das starke Magnetfeld der CME ein. Dadurch kann die geomagnetische Aktivität dramatisch ansteigen. Je nach Ausrichtung des eingebetteten Magnetfeldes besteht die Möglichkeit eines starken geomagnetischen Sturms. Dessen Intensität lässt sich aber erst kurz vor dem Eintreffen abschätzen.
Die Erklärung liefern die Wissenschafter gleich mit: "Wir müssen warten, bis die CME das Sonnenwind-Observatorium am Lagrange-Punkt 1 (L1) erreicht, um tatsächlich zu erkennen, wie stark sie ist – dann werden wir endlich die tatsächliche Geschwindigkeit, Magnetstärke und Magnetfeldausrichtung kennen."
Der L1 befindet sich nur 1,5 Millionen Kilometer von der Erde in Richtung Sonne entfernt. Die dortigen Messergebnisse bestimmen, ob und welche Warnungen ausgegeben werden müssen. Allerdings bleibt dann nur noch wenig Zeit.
Schlimme Folgen sind bei dem aktuellen Ereignis aber praktisch ausgeschlossen. "Begrenzte, geringfügige Auswirkungen auf einige technologische Infrastrukturen sind möglich, können jedoch in der Regel gemildert werden", heißt es weiter. Dabei geht es vorrangig um Spannungsschwankungen im Stromnetz und mögliche Fehlalarme in Schutzvorrichtungen.
Im Norden werden, je nach Magnetfeldausrichtung, wieder Polarlichter tanzen. Sie könnten in vielen nördlichen US-Bundesstaaten und einigen Teilen des unteren Mittleren Westens bis hin nach Oregon sichtbar werden. Ein frühes Eintreffen des Sonnensturms könnte somit auch über Österreich für ein Aurora-Feuer am Nachthimmel sorgen.