Jetzt haben wir endlich die garstigen "Eismänner" plus die "kalte Sophie" überstanden und freuen uns bereits auf einen beständigen Sommerbeginn, folgt gleich der nächste Schlag, denn die Schafskälte ist nur ein paar Tage entfernt und verspricht meist den Griff zur Jacke im Juni.
Die Schafskälte beschreibt einen markanten Kälteeinbruch im Frühsommer, der überwiegend zwischen dem 4. und 20. Juni auftritt. Besonders häufig zeigt sich die Wetterlage rund um den 11. Juni, den sogenannten Barnabastag und macht mit folgendem Gedicht die Bauernregel gültig:
"Ist’s an Barnabas warm und hell, kommt die Schafskälte auf der Stell."
Da hat man sich also gerade an die T-Shirts und kurzen Hosen gewöhnt und darf wieder die Übergangsjacke greifen, wenn die kalten und feuchten Luftmassen aus dem Nordwesten innerhalb weniger Stunden die Temperaturen um bis zu 10 Grad sinken lassen.
Früher wurden Schafe im späten Frühjahr geschoren, sobald die ersten warmen Tage einsetzten. Traf danach die Schafskälte ein, waren die Tiere ohne schützenden Wintermantel ordentlich arm dran, weshalb man die Bauernregel nach unserem Wolllieferanten Nummer eins benannte.
Lustige Fakten zum Schaf? Klick dich durch:
Obwohl die Eisheiligen im Mai für Landwirte durch den möglichen Nacht- und Morgenfrost wesentlich gefährlicher sind als die Schafskälte, empfindet man diese als unangenehmer. Unser Organismus hat sich nämlich bereits an frühsommerliche Temperaturen gewöhnen können, und plötzlich ist es nass und herbstlich. Körper und Psyche finden das ziemlich ärgerlich und könnten gut auf diesen sommerlichen "Umweg" verzichten.