Hitze, Dürre und Brände haben der Landwirtschaft in Europa massiv zugesetzt. Der Schaden für den Agrarsektor in der Europäischen Union wird derzeit auf 14 bis 17 Milliarden Euro geschätzt.
Das erklärte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen nach einem Treffen der Landwirtschaftsminister in Brüssel. Wie hoch die Schäden tatsächlich ausfallen, werde sich allerdings erst zeigen, wenn die Ernte vollständig abgeschlossen ist.
Auch Österreich hat mit erheblichen Folgen der Trockenheit zu kämpfen. Die Hagelversicherung bezifferte den Dürreschaden zuletzt auf rund eine Milliarde Euro, berichtet der "Kurier".
Besonders hart trifft die Trockenheit auch Viehbetriebe. In einigen Regionen sei nicht ausreichend Gras als Futtermittel gewachsen.
Hansen fand dafür deutliche Worte: "Die Landwirte sind die ersten Opfer des Klimawandels und der Klimawandel ist da – und wird leider auch bleiben."
Der EU-Agrarkommissar fordert deshalb zusätzliche Investitionen in die Wasserspeicherung. Gleichzeitig müsse bei der Bewässerung präziser vorgegangen werden, um möglichst wenig Wasser zu verschwenden.
Hansen sprach sich zudem für eine Versicherungspflicht für Landwirte aus. Versicherungen seien nicht nur zum Schutz vor Schäden wichtig, sondern auch eine Voraussetzung für Investitionen.
Derzeit seien lediglich zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Produktion in der Europäischen Union gegen entsprechende Schäden versichert.
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das Thema zuletzt aufgegriffen. Sie kündigte eine europäische Wasserinitiative an und stellte Maßnahmen gegen bestehende Versicherungslücken in Aussicht.
Wie stark der extreme Sommer die Landwirtschaft belastet, zeigt sich auch in Deutschland: Dort sank die Getreideernte im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent.