Was bringt die nächste Gehaltsrunde? Die Personal- und Managementberatung Kienbaum hat dazu eine neue Prognose für 2027 vorgelegt. Demnach sollen die Gehälter in Österreich im kommenden Jahr im Schnitt um 2,9 Prozent steigen.
Bei einer erwarteten Inflation von 2,6 Prozent bliebe davon allerdings unterm Strich nur ein reales Plus von 0,3 Prozent übrig.
Je nach Position fällt die erwartete Erhöhung unterschiedlich aus. Für Fachkräfte und Spezialisten rechnen die befragten Unternehmen in Österreich mit einem durchschnittlichen Plus von 3 Prozent.
Im Senior, Middle und Lower Management werden jeweils 2,8 Prozent erwartet. Für das Top-Management liegt die Prognose bei 2,6 Prozent.
Damit liegt Österreich beim nominalen Plus vor Deutschland mit 2,6 Prozent und der Schweiz mit 1,1 Prozent. Nach Abzug der erwarteten Inflation relativiert sich der Unterschied: Für Österreich und Deutschland errechnet Kienbaum jeweils ein reales Plus von 0,3 Prozent, für die Schweiz von 0,6 Prozent.
In Sachen wirtschaftliche Entwicklung geben sich die Betriebe zurückhaltend. 60 Prozent der österreichischen Unternehmen bezeichnen ihre mittelfristigen Ergebnisaussichten als stabil. 21 Prozent sind optimistisch, 19 Prozent pessimistisch.
Beim Arbeitsmarkt zeigt die internationale Gesamtstichprobe eine leichte Entspannung: 55 Prozent der befragten Unternehmen sagen, offene Stellen ließen sich leichter besetzen als im Vorjahr. In der vorherigen Erhebung waren es 46 Prozent.
26 Prozent beobachten zudem sinkende Erwartungen bei Einstiegsgehältern. Gleichzeitig gehen 71 Prozent davon aus, dass der Druck auf wettbewerbsfähige Gehälter bestehen bleibt.
Auch künstliche Intelligenz spielt in den Planungen der Unternehmen eine immer größere Rolle. In der internationalen Gesamtbewertung nennen 59 Prozent Investitionen in KI als einen Weg, steigende Lohnkosten zu finanzieren. Im Vorjahr waren es 43 Prozent.
58 Prozent investieren zudem in KI-Weiterbildung, 39 Prozent berücksichtigen entsprechende Kenntnisse bereits bei Neueinstellungen. Beim Gehalt selbst spielen KI-Kompetenzen bisher jedoch nur bei 5 Prozent eine Rolle.
Die Kienbaum Gehaltsentwicklungsprognose erscheint jährlich. Sie untersucht in 41 Ländern unter anderem die erwartete Entwicklung der Gehälter. Mehr als 1.500 Unternehmen haben an der diesjährigen Befragung teilgenommen.