Ohne KV-Verhandlung

Krisenabschluss: Metaller bekommen um 1,9 Prozent mehr

Der Metaller-KV geht in die zweite Runde: Ab 1. November steigen Ist-Löhne und -Gehälter um 1,9 Prozent, Mindestentgelte um 2,1 Prozent.
Team Wirtschaft
24.09.2026, 21:09
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Ganz ohne langwierige Verhandlungen, ganz ohne Betriebsversammlungen, ganz ohne Streikdrohungen: Mit 1. November tritt, heuer völlig unspektakulär, der neue Metaller-KV in Kraft. Der Clou – bereits im Vorjahr hatten sich die Gewerkschaften PRO-GE sowie GPA und der Fachverband Metalltechnische Industrie auf einen zweijährigen "Krisenabschluss" geeinigt.

Für die Beschäftigte heißt das konkret: Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen um 1,9 Prozent. Die Grundstufen der kollektivvertraglichen Mindestentgelte werden um 2,1 Prozent angehoben. Der niedrigste Mindestlohn bzw. das niedrigste Mindestgehalt klettert auf 2.622,74 Euro.

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Nachtzulage steigt um 7,01 Prozent

Auch Lehrlinge bekommen 2,1 Prozent mehr. Zulagen und Aufwandsentschädigungen steigen ebenfalls um 2,1 Prozent. Wer nachts oder in der dritten Schicht arbeitet, erhält künftig 3,754 Euro Zulage pro Stunde. Das sind 7,01 Prozent mehr.

Der Abschluss war 2025 mitten in einer schweren Krise der Industrie zustande gekommen, wie PRO-GE, GPA und Fachverband am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärten. Hohe Energiepreise, einbrechende Aufträge und sinkende Produktion hätten den Betrieben zugesetzt. Mehr als 20.000 Arbeitsplätze seien in der Metallindustrie verloren gegangen, rund 10.000 davon allein in der Metalltechnischen Industrie.

Eine Situation großer Verunsicherung: Die Sozialpartner hätten daher bereits ab Frühjahr 2025 nach einer Lösung gesucht, ohne lange Konflikte bei den KV-Verhandlungen zu riskieren.

"Brücke über eine schwierige Zeit"

"Mit dem Krisenabschluss auf Zeit für die gesamte Metallindustrie haben wir Verantwortung in einer historischen Ausnahmesituation übernommen", so PRO-GE-Boss Reinhold Binder. Angesichts der längsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren mit einem Verlust von zigtausenden Arbeitsplätzen sei es das gemeinsame Ziel gewesen, "Nulllohnrunden zu verhindern, Planbarkeit und Sicherheit für Beschäftigte sowie Betriebe zu schaffen".

Dieser KV-Abschluss sei dann, so Binder, eine Brücke über schwierige Zeiten und gewesen und habe mitgeholfen, Beschäftigung zu sichern.

GPA-Bundesgeschäftsführer Mario Ferrari rechnet den Beschäftigten ihren Beitrag zum Krisenkurs hoch an. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätten damit den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Metallindustrie mit unterstützt. Die Arbeitgeber hätten jetzt aber die Aufgabe, "aus dem beginnenden Wirtschaftsaufschwung etwas zu machen", denn – ein Krisenabschluss sei keine Dauerinstitution.

Deal gilt für 190.000 Beschäftigte

Auch FMTI-Obmann Christian Knill spricht von einem starken Zeichen "für lösungsorientierte Zusammenarbeit" unter den Sozialpartnern. Die erzielte Einigung "über einen Zeitraum von zwei Jahren sowie die wettbewerbsorientierten Lohn- und Gehaltserhöhungen" hätten für die Beschäftigten und Unternehmen eine verlässliche Perspektive für den Produktionsstandort Österreich geschaffen.

Der Abschluss gilt für die insgesamt 190.000 Beschäftigten in der Metallindustrie, gut 130.000 davon aus der Sparte Metalltechnische Industrie (MIT).

tmw,24.09.2026, 21:09