Die Teuerung in Österreich zieht wieder an: Nach 2,8 Prozent im Juli kletterte die Inflationsrate im August 2026 auf 3,2 Prozent. Hauptverantwortlich für diesen Sprung nach oben waren vor allem die massiv gestiegenen Preise an den Zapfsäulen sowie beim Heizöl.
"Vor allem höhere Treibstoff- und Heizölpreise haben die Teuerungsrate wachsen lassen. Wichtigster Inflationstreiber war aber weiterhin der Dienstleistungsbereich", erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria. Dämpfend habe sich hingegen die seit Juli gültige Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel ausgewirkt, weshalb Lebensmittel weiterhin günstiger als vor einem Jahr gewesen seien.
Der Verkehrsbereich baute seine Rolle als wichtigster Preistreiber im Jahresabstand aus. Die Teuerung lag hier bei durchschnittlich 7,8 Prozent, nachdem sie im Juli noch 6,4 Prozent betragen hatte. Den Ausschlag gaben die Treibstoffe mit einer Verteuerung um 26,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Reparaturen privater Fahrzeuge kosteten mit einem Plus von 4,1 Prozent etwas mehr. Bei Neuwagen fiel das Plus mit 1,0 Prozent moderat aus, Gebrauchtwagen wurden um 2,0 Prozent billiger, während sich Flugtickets um 6,8 Prozent verteuerten.
Kräftiger als im Vormonat stiegen auch die Wohnkosten: Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe verteuerten sich um 3,3 Prozent. Ursache war der Anstieg bei der Haushaltsenergie um 1,3 Prozent, nachdem die Preise im Juli noch leicht gesunken waren. Vor allem beim Heizöl gab es mit einem Plus von 48,1 Prozent einen massiven Auftrieb.
Gas kostete 7,9 Prozent mehr, feste Brennstoffe legten um 13,9 Prozent zu und Fernwärme um 1,2 Prozent. Strom wirkte hingegen mit –10,7 Prozent dämpfend, gestützt durch reduzierte Abgaben sowie den Sommer-Netztarif. Mieten stiegen um 4,4 Prozent, Wohnungs-Instandhaltungen um 3,6 Prozent.
Für Restaurant- und Hotelbesuche mussten Konsumenten im August 4,7 Prozent mehr bezahlen. Ausschlaggebend waren die Gastronomiedienstleistungen mit einem Plus von 4,7 Prozent, während die Nächtigungskosten mit 3,7 Prozent etwas weniger stark anzogen.
Im Bereich Freizeit, Sport und Kultur kletterte die Teuerung auf 2,5 Prozent. Hier machten sich vor allem Pauschalreisen bemerkbar, deren Preise um 3,2 Prozent anzogen, während sonstige Freizeitdienste um 4,1 Prozent zulegten.
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke wurden im Schnitt um 0,3 Prozent billiger und wirkten der Inflation entgegen. Bei Speisefetten und Speiseölen gab es ein deutliches Minus von 13,3 Prozent, Milch und Eier verbilligten sich um 3,8 Prozent, Getreideprodukte um 0,7 Prozent und Gemüse ebenfalls um 0,7 Prozent. Fleisch verteuerte sich hingegen um 1,2 Prozent, Obst um 1,4 Prozent. Bei den Getränken sanken die Preise um 0,6 Prozent, angetrieben von Kaffee mit -1,4 Prozent.
Gegenüber dem Vormonat Juli stieg das allgemeine Preisniveau um 0,6 Prozent, getrieben von Treibstoffen mit plus 6,2 Prozent, während Pauschalreisen mit -1,0 Prozent leicht entlasteten. Die europäisch harmonisierte Inflationsrate (HVPI) lag im August bei 2,9 Prozent. Der tägliche Einkauf im Mikrowarenkorb wurde im Jahresvergleich um 0,6 Prozent günstiger, während der wöchentliche Miniwarenkorb inklusive Treibstoffen um 4,9 Prozent anzog.