Ab 1. November

"Bearbeitungsgebühr" – kleine Pakete kosten bald extra

Millionen kleine Online-Pakete aus Drittstaaten bekommen ab November eine neue Gebühr – die Höhe legt die EU-Kommission noch fest.
Newsdesk Heute
17.09.2026, 08:31
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Für Millionen kleine Pakete aus dem Online-Handel wird es ab November ernst: Bei der Einfuhr in die EU soll künftig eine neue Bearbeitungsgebühr fällig werden. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, hat das Europäische Parlament dafür endgültig grünes Licht gegeben.

Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest. Sie muss erst von der EU-Kommission festgelegt werden und soll danach alle zwei Jahre aktualisiert werden. Bezahlen sollen laut Angaben der EU-Staaten nicht die Endverbraucher in Europa, sondern die zuständigen Online-Handelsplattformen.

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Davon betroffen sind vor allem Anbieter, über die besonders viele günstige Waren aus Drittstaaten bestellt werden – etwa Shein, Temu, AliExpress oder auch Amazon. Die Gebühr soll jene Kosten abfedern, die den Zollbehörden durch die stark wachsende Zahl kleiner Sendungen entstehen. Dazu zählen etwa Sichtung, Abwicklung und Kontrollen bei der Einfuhr.

Der Aufwand ist enorm: Im Jahr 2025 wickelten europäische Zollämter laut den EU-Staaten rund sechs Milliarden Pakete aus dem Online-Handel ab. 90 Prozent davon sollen aus China in die EU gelangt sein.

Große Pläne

Die neue Bearbeitungsgebühr ist Teil einer größeren Zollreform. Diese soll den globalen Handel erleichtern, Abgaben effizienter einheben und Kontrollen bei nicht konformen, gefährlichen oder unsicheren Waren verschärfen. Geplant ist auch eine neue EU-Zollbehörde, die im kommenden Jahr in Lille starten soll.

Unabhängig davon wird seit Juli bereits auf günstige Waren aus dem Ausland Zoll fällig. Pro Warengruppe in einer Sendung werden pauschal drei Euro berechnet. Eigentlich sind dafür Verkäufer oder Importeure verantwortlich. Manche Händler geben die Kosten aber an Kundinnen und Kunden weiter.

Was noch kommt

Europaweite Daten dazu, wie sich die Zahl der Pakete seit Einführung der Zollpauschale entwickelt hat, liegen noch nicht vor. In Frankreich wurden laut Wirtschaftsministerium in den ersten Wochen bis zu 40 Prozent weniger kleine Pakete eingeführt.

Die Pauschale gilt als Übergangslösung. Ab 2028 soll eine neue digitale Plattform die Abwicklung und Kontrolle erleichtern. Dann sollen alle in die EU importierten Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig werden. Für Online-Händler soll die Nutzung der Plattform ab Juli 2028 verpflichtend sein, für andere Händler ab März 2034.

Positive Resonanz

In Österreich kommt Zustimmung aus Politik, Handel und Umweltschutz. SPÖ-Binnenmarktsprecherin Elisabeth Grossmann sprach von einem "Meilenstein", um den EU-Binnenmarkt "europäischer und effizienter" zu gestalten und vor einer Flut an Billigpaketen zu schützen.

ÖVP-Binnenmarktsprecherin Sophie Kircher gibt sich ebenso positiv. Die vielen Kleinsendungen aus dem EU-Ausland seien "unfaire Wettbewerbsverzerrungen zulasten unserer Unternehmen".

Auch der Handelsverband begrüßt die neue Gebühr. Geschäftsführer Rainer Will erklärte: "Wer Waren in der Europäischen Union verkauft, muss auch dafür Verantwortung übernehmen, dass diese korrekt deklariert, sicher und rechtskonform sind."

Greenpeace sieht das ähnlich. Konsumexpertin Madeleine Drescher sagte: "Endlich wird die Verantwortung für importierte Waren nicht mehr bei den europäischen Konsument:innen abgeladen." Offen bleibt aber vorerst die entscheidende Frage: Wie teuer die neue Gebühr tatsächlich wird.

red,17.09.2026, 08:31
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