Konkret hob die Federal Reserve (Fed) nach zweitägigen Beratungen den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an. Das ist die erste Zinserhöhung seit 2023 und ein deutlicher Rückschlag für US-Präsident Donald Trump, der sich für eine Zinssenkung starkgemacht hatte.
Trump hatte extra seinen Vertrauten Kevin Warsh an die Spitze der Fed gesetzt, um eine Zinssenkung durchzudrücken. Bis zuletzt lag der Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Doch am Mittwoch verkündete Warsh die Erhöhung um 0,25 Prozent auf 3,75 bis 4 Prozent.
Der Iran-Krieg, den Trump vor rund einem halben Jahr mit ausgelöst hat, treibt die Energiepreise in die Höhe. Das führt in den USA zu einer starken Inflation. Im August lag die Teuerungsrate bei 3,4 Prozent – klar über dem Fed-Ziel von 2,0 Prozent. Der Arbeitsmarkt zeigte sich im selben Zeitraum aber überraschend stabil: Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent.
Noch vor der Zinssitzung erhöhte Trump den Druck auf die Fed: "Senkt den Zins, oder ich werde aufhören, mit Ländern zu handeln, mit denen wir ein Defizit haben", schrieb er auf seinem Onlinedienst Truth Social, nachdem die Arbeitsmarktdaten Anfang September veröffentlicht wurden.
Ob Trump seine Drohungen wirklich wahr machen könnte, ist offen. Sein Wirtschaftsberater Kevin Hassett versuchte bereits am Dienstag zu beruhigen. Eine Zinserhöhung wäre zwar wünschenswert, meinte er. Das Weiße Haus werde aber "respektieren", wenn die Fed anders entscheidet, so Hassett noch vor dem offiziellen Beschluss.
Die Unabhängigkeit der US-Notenbank von der Politik ist ein Grundpfeiler ihrer Arbeit. Seit seinem erneuten Amtsantritt im Jänner 2025 stellt Trump diese Unabhängigkeit aber immer wieder infrage.