Premiere in Emmersdorf

Erste Bürgermeisterin: "Habe nicht damit gerechnet"

Renate Kremser ist neue Bürgermeisterin von Emmersdorf. Die ÖVP-Politikerin spricht mit "Heute" über ihre überraschende Wahl und die Gemeindefinanzen.
06.11.2026, 04:00
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Politischer Neustart in Emmersdorf an der Donau (Bezirk Melk): Nach dem überraschenden Rücktritt von ÖVP-Bürgermeister Georg Ertl im September hat die Marktgemeinde wieder eine Führung. Am Mittwoch, 4. November, wurde die Juristin Renate Kremser (ÖVP) vom Gemeinderat zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Sie ist die erste Frau an der Spitze der Gemeinde.

Doch auf die neue Ortschefin warten schwierige Aufgaben. Vor allem die angespannte finanzielle Situation der Gemeinde dürfte Kremser einiges abverlangen. Gegenüber "Heute" erklärt sie, wie es zu ihrer Kandidatur kam und warum sie auch unpopuläre Entscheidungen nicht ausschließt.

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"Damit habe ich nicht gerechnet"

Dass sie einmal Bürgermeisterin werden würde, hatte Kremser selbst nicht erwartet. Nach dem Rücktritt von Georg Ertl am 21. September wurden innerhalb der ÖVP-Fraktion Gespräche über die Nachfolge geführt. Dabei fiel die Wahl schließlich auf sie. "Als die Frage an mich herangetragen wurde, habe ich mir die Entscheidung gut überlegt", erzählt Kremser gegenüber "Heute". Das Bürgermeisteramt sei schließlich mit großer Verantwortung verbunden.

Besonders das Vertrauen ihrer Parteikollegen habe sie überzeugt: "Die geschlossene Unterstützung und das Vertrauen meiner Fraktion haben mich in meiner Entscheidung bestärkt."

Finanzlage bereitet Sorgen

Die wohl größte Herausforderung wartet bei den Gemeindefinanzen. Kremser macht keinen Hehl daraus, dass die kommenden Monate schwierig werden könnten. "Die finanzielle Situation unserer Gemeinde ist herausfordernd und mir durchaus bewusst", erklärt die neue Bürgermeisterin. Ihre Ansage ist deutlich: Ausgaben und bestehende Verpflichtungen sollen kritisch geprüft, Prioritäten neu gesetzt werden. Nicht jedes Vorhaben wird sich sofort verwirklichen lassen.

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"Wir werden nicht alles gleichzeitig umsetzen können und auch schwierige Entscheidungen treffen müssen", stellt Kremser klar. Welche konkreten Projekte von möglichen Einsparungen betroffen sein könnten, lässt sie vorerst offen. Ihr Ziel sei es, die finanzielle Handlungsfähigkeit Emmersdorfs langfristig zu sichern.

Juristin will Erfahrung einbringen

Für ihre neue Aufgabe bringt Kremser berufliche Erfahrung aus der Verwaltung mit. Die Juristin arbeitet in der Landesamtsdirektion des Landes Niederösterreich und kennt damit rechtliche Fragestellungen und behördliche Abläufe. Dieses Wissen will sie nun auch im Gemeindeamt einsetzen. Entscheidungen sollen sorgfältig vorbereitet und für die Bevölkerung nachvollziehbar sein.

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Gleichzeitig betont Kremser, dass Gemeindepolitik nicht nur aus Paragrafen bestehe. Sie wolle Bewährtes fortführen, notwendige Veränderungen mit Augenmaß angehen und den offenen Dialog mit den Bürgern pflegen.

Nach nur eineinhalb Jahren war Schluss

Ihr Vorgänger Georg Ertl hatte sein Amt erst 2025 übernommen. Bereits im September 2026 zog er sich aus gesundheitlichen und familiären Gründen zurück – "Heute" berichtete. Auch die geschäftsführende Gemeinderätin Julia Ertl legte ihr Mandat nieder. Vizebürgermeister Franz-Josef Pichler übernahm daraufhin vorübergehend die Amtsgeschäfte.

Nun liegt die Verantwortung bei Kremser. Für die erste Bürgermeisterin in der Geschichte Emmersdorfs beginnt damit eine Amtszeit unter schwierigen Vorzeichen.

VF, 06.11.2026, 04:00