Telefonat mit Benko:

"Es glaubt dir keiner, dass du keine 5 Millionen hast"

Am zweiten Prozesstag gegen René Benko sorgt ein abgehörtes Telefonat mit Hans Peter Haselsteiner für Aufsehen. Auch ein Luxusgewehr steht im Fokus.
05.11.2026, 12:24
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Fünf Millionen Euro, ein Streit zwischen ehemaligen Geschäftspartnern und ein Jagdgewehr mit Goldverzierung: Am zweiten Tag im Prozess gegen Signa-Gründer René Benko stehen gleich zwei brisante Vorwürfe im Mittelpunkt. Besonders ein abgehörtes Telefonat mit Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner sorgt für Aufsehen.

"Es glaubt dir keiner"

Zum Auftakt des zweiten Verhandlungstages wurde aus einem Telefonat zwischen Benko und Haselsteiner zitiert. Das Gespräch fand nach der Insolvenz des Signa-Konzerns statt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Darin machte der Strabag-Gründer seinem ehemaligen Geschäftspartner schwere Vorwürfe. Haselsteiner hatte offenbar den Eindruck, von Benko hingehalten zu werden. Im Gespräch fiel dann der Satz: "Es glaubt dir keiner, dass du keine fünf Millionen mehr hast."

Hintergrund ist ein Geldgeschäft zwischen den beiden Unternehmern. Benko soll Haselsteiner dazu gebracht haben, ihm fünf Millionen Euro vorzustrecken. Dabei soll er eine persönliche Garantie für die Rückzahlung abgegeben haben.

Haselsteiner schildert Versprechen

Schon am ersten Verhandlungstag hatte Haselsteiner seinem früheren Geschäftspartner deutliche Vorwürfe gemacht.

Benko habe ihm "Stein und Bein" geschworen, dass er die fünf Millionen Euro zurückzahlen werde. "Das war ausgemacht zwischen uns", erklärte Haselsteiner vor Gericht. Dass das Geld für einen Aktienkauf bestimmt gewesen sei, wies der Unternehmer zurück.

Goldgewehr um 80.000 Euro beschäftigt Gericht

Neben dem Streit um die Millionen geht es im Verfahren auch um eine besonders kostspielige Jagdwaffe. Benko wird vorgeworfen, ein aufwendig mit Gold verziertes Gewehr im Wert von rund 80.000 Euro vor dem Insolvenzverwalter und seinen Gläubigern verborgen zu haben.

Dadurch soll verhindert oder zumindest eingeschränkt worden sein, dass Gläubiger ihre offenen Forderungen bezahlt bekommen.

Der 49-Jährige bestreitet den Vorwurf. Das Gewehr sei "einfach übersehen worden", erklärte er. Dass sich die Waffe bei ihm befunden habe, begründete Benko damit, dass er der "waffenrechtlich Verantwortliche" gewesen sei.

Urteil noch offen

Ob der Prozess bereits am zweiten Verhandlungstag abgeschlossen werden kann, ist unklar.

Benkos Verteidiger Norbert Wess hatte am Mittwoch weitere Beweisanträge angekündigt. Auch die Einvernahme zusätzlicher Zeugen steht im Raum. Damit könnte sich das Verfahren verlängern.

Für den ehemaligen Immobilienunternehmer ist es nicht das erste Strafverfahren. Ende September wurde er in Innsbruck in einer anderen Causa wegen betrügerischer Krida zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt.

Benko befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft, die er mit einer Fußfessel in einer Wohnung in Innsbruck verbringt. Ob im aktuellen Verfahren bereits ein Urteil fällt, bleibt vorerst abzuwarten.

wil, Akt. 05.11.2026, 12:48, 05.11.2026, 12:24