Beim neuerlichen Prozess gegen René Benko sorgt der gefallene Immobilienunternehmer mit Aussagen über Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer für Aufsehen. Der 49-Jährige spricht am Mittwoch vor dem Innsbrucker Landesgericht über dessen Rolle zwischen der Signa Holding und der Familienstiftung von Hans Peter Haselsteiner.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Vorwurf, Benko habe den früheren Strabag-Chef beziehungsweise dessen Familienstiftung um fünf Millionen Euro betrogen. Zudem soll er ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro verheimlicht haben. Die Verhandlung ist für Mittwoch und Donnerstag angesetzt.
Im Gerichtssaal wurde Benko unter anderem gefragt, ob sich Gusenbauer jemals Gedanken über seine gleichzeitigen Verbindungen zur Signa Holding und zur Haselsteiner-Stiftung gemacht habe.
Die Antwort des früheren Signa-Chefs fällt laut einem Bericht der "Tiroler Tageszeitung" dabei recht deutlich aus: "Ich glaube nicht, weil es ihm angenehm war, dass er auf beiden Seiten fein verdient hat."
Damit spielt Benko auf Gusenbauers Tätigkeit für die Signa Holding und dessen Verbindung zur Stiftung an.
Auch die Stundung von Dividenden kommt bei der Befragung zur Sprache. Laut Benko habe Gusenbauer Haselsteiner darüber informiert. Er selbst habe ebenfalls mit dem früheren Strabag-Chef telefoniert.
Dabei sei es um einen ausstehenden Kaufpreis gegangen, auf dessen Zahlung Benko nach eigenen Angaben wiederholt bestanden habe.
"Ich habe ihn in dieser Phase immer wieder dran erinnert und darauf gedrängt, dass der Kaufpreis fällig ist. Er hatte immer die eine oder andere Ausrede parat, warum er das noch nach hinten verschieben möchte", wird Benko in der "Tiroler Tageszeitung" zitiert.
Neben dem mutmaßlichen Millionenbetrug beschäftigt sich das Gericht mit einem weiteren Vorwurf. Benko soll ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro verschwiegen haben.
Für die Verhandlung am Innsbrucker Landesgericht sind insgesamt zwei Tage vorgesehen. Ob sich die Vorwürfe gegen Benko bestätigen, muss das Gericht klären.
Für René Benko gilt die Unschuldsvermutung.