Im kommenden Jahr soll Impfen auch in Apotheken möglich werden. Darüber wurde seit Langem diskutiert, jetzt wird die Regierung "Heute"-Informationen zufolge den entsprechenden Beschluss am Mittwoch im Ministerrat fassen. Die Grundsatzentscheidung hatte die Koalition bereits im Februar 2026 gefällt, nun soll die gesetzliche Basis folgen.
Los gehen soll es dem Vernehmen nach im Frühjahr 2027 mit der Zeckenschutzimpfung (FSME). Diese Spritze darf dann auch in Apotheken verabreicht werden.
Den Stich in der Apotheke dürfte es zudem zunächst noch für eine Kombinationsimpfung (unter anderem gegen Tetanus) für Personen ab 14 Jahre geben.
Mit dem niederschwelligen Zugang in Apotheken will man die Impfraten anheben – nach dem Vorbild anderer europäischer Länder, in denen Pharmazeuten bereits die Impf-Erlaubnis haben.
Der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller hatte erst Mitte Oktober hinsichtlich der Zeckenimpfung erklärt: "Österreich zählt zu den am stärksten von FSME betroffenen Ländern Europas. Dennoch haben Evaluierungen 2026 ergeben, dass die Durchimpfungsrate sinkt, die notwendigen und regelmäßigen Auffrischungsimpfungen oftmals nicht durchgeführt werden und die Anzahl der FSME-Erkrankungsfälle ansteigt."
Das Impfen in Apotheken biete einen niederschwelligen Zugang, Impfaufklärung und -verabreichung ohne zusätzlichen Termin sowie die Möglichkeit, auch junge und gesunde Menschen zu erreichen, die selten zum Arzt oder zur Ärztin gehen.
Es sollen aber keinesfalls alle Immunisierungen künftig auch in Apotheken ermöglicht werden. Ausgenommen
Die Details werden Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ), Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) und Neos-Staatssekretär Sepp Schellhorn am Mittwoch nach dem Ministerrat präsentieren.
Widerstand ist von der Ärztekammer zu erwarten, die sich bereits mehrfach stark gegen die Kompetenz-Erweiterung für Apotheken ausgesprochen hatte. "Impfungen sind mehr als nur ein Stich", erklärte Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer.
"Zwölf Jahre harte Ausbildung können nicht mit einem Wochenendkurs aufgewogen werden. Die beste medizinische Beratung und Versorgung von Patientinnen und Patienten können nur Ärztinnen und Ärzte leisten", so Steinhart. Patientensicherheit sollte oberste Priorität haben, daher lehne man das Impfen in Apotheken ab.
In der Begutachtungsphase des Gesetzes dürfte es also noch heftige Diskussionen geben.