Für die Grippe-Impfung braucht es weder einen Blick in die Sterne noch kriminalistischen Spürsinn: Mit Astrologin Gerda Rogers (84) und Schauspieler Harald Krassnitzer (66) holt Gesundheitsministerin Korinna Schumann (60, SP) zwei prominente Gesichter vor den Vorhang. Sie sollen die Österreicher zur kostenlosen Influenza-Impfung motivieren.
Die Werbesprüche sind auf die beiden Stars zugeschnitten. Rogers verkündet: "Dafür brauche ich keine Sterne. Impfen wirkt." Krassnitzer, bekannt als "Tatort"-Kommissar, hält dagegen: "Dafür muss ich nicht ermitteln. Impfen wirkt."
Die Astrologin ist von der Aktion überzeugt: "Ich bin ein absoluter Unterstützer von Impfungen. Ab einem gewissen Alter beginnt man über die Gesundheit nachzudenken." Ihr Appell: "Wenn man sich mithilfe von einem Stich schwere Erkrankungen ersparen kann, nehme ich so etwas natürlich in Anspruch und kann nur hoffen, dass die Kampagne den erwünschten Erfolg bringt."
Und mit einem Augenzwinkern ergänzt Rogers: "Für die Wirkung von Impfungen brauche ich ausnahmsweise keinen Blick in die Sterne."
Hintergrund der Kampagne ist die bevorstehende Grippesaison. Insgesamt stehen für 2026/27 knapp 1,7 Millionen Influenza-Impfdosen zur Verfügung – rund zwölf Prozent mehr als in der Vorsaison. Besonders angesprochen werden sollen Menschen über 60 Jahre, Familien mit kleinen Kindern und Risikogruppen.
Allerdings gab es bei einem Impfstoff für alle Altersgruppen – wie von "Heute" berichtet – Lieferverzögerungen. Rund 668.000 Dosen sind mittlerweile eingetroffen, die Verteilung startete am 27. Oktober. Weitere Lieferungen werden Anfang November erwartet. Für besonders gefährdete Gruppen wurden zusätzlich 100.000 Dosen eines Ersatzimpfstoffs beschafft. Kinder- und Seniorenimpfstoffe sind bereits seit Ende September verfügbar.
"Mit Gerda Rogers und Harald Krassnitzer konnten wir zwei Persönlichkeiten aus Radio und Fernsehen gewinnen, die der Kampagne als Testimonials zur Verfügung stehen", erklärt Gesundheitsministerin Schumann. Gerade die Generation 60+ sei bei Influenza besonders gefährdet. "Wir müssen unser kostenloses Impfprogramm unter die Menschen bringen. Mit der neuen Kampagne wird uns das gelingen."
Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) ruft zur raschen Impfung auf: "Der Impfstoff ist da, die Impfung ist gratis – jetzt fehlt nur noch der Termin."
Auch bei anderen kostenlosen Impfungen zieht das Gesundheitsministerium Bilanz. Seit Herbst 2025 wurden rund 720.000 Gürtelrose-Impfungen im elektronischen Impfpass dokumentiert. Bei Pneumokokken waren es rund 330.000 Impfungen bei Erwachsenen.
Die neue Grippe-Kampagne soll mit Plakaten, Online-Werbung und einem Radiospot mit Gerda Rogers für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen. Informationen zum Impfprogramm gibt auch online.