Gewerkschaft tobt

Weniger Feiertage, mehr arbeiten? Jetzt kracht's heftig

Das "Heute"-Interview mit Kari Ochsner, der 2 Feiertage abschaffen will, regt auf. Die Gewerkschaft tobt, Kirche und Wirtschaft melden sich zu Wort.
04.11.2026, 05:30
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Um das Land wieder nach vorn zu bringen, müssen die Österreicher mehr arbeiten, erklärte Kari Ochsner, Unternehmer und Präsident der Industriellenvereinigung NÖ, im "Heute"-Interview. Er schlägt vor, dass jeder täglich eine Viertelstunde länger arbeitet oder wir ein bis zwei Feiertage streichen. Und entfacht damit eine heftige Debatte.

Die Gewerkschaft läuft Sturm. "Hände weg von Feiertagen", läuft GPA-Vorsitzende Barbara Teiber Sturm. Sie spricht von "Vorschlägen aus dem Gruselkabinett".

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GPA-Chefin Teiber schäumt

Teiber fordert stattdessen "Zukunftsinvestitionen, einen massiven Ausbau der Energie- und Netzinfrastruktur und gute Fachkräfteausbildung". Das hebe die Produktivität und stärke die Industrie – "nicht das Streichen von Erholungstagen".

„Hat die Industriellenvereinigung jeglichen Anspruch ernstzunehmender Gestaltung unserer Wirtschaft verloren? Ist das Hinhauen auf Arbeitnehmerrechte alles, was ihnen noch einfällt?“
Barbara Teiber Vorsitzende der Gewerkschaft GPA

"Plumpe Angriffe auf wohlerworbene Rechte zaubern vielleicht Industriekapitänen in Ochsners Zielgruppe ein Lächeln auf die Lippen, bringen dem Standort aber nichts", macht Gewerkschafts-ChefinTeiber ihrem Ärger Luft.

Dompfarrer: "Wert für Gesellschaft"

Die Kirche hält Feiertage traditionell hoch. Es sei keine Frage, dass die Produktivität in Österreich gesteigert werden müsse, so Dompfarrer Toni Faber zu "Heute".

Aber: "Das hohe Gut der gemeinsamen gestalteten Lebens- und Feierzeit in den Familien hat auch einen unschätzbaren Wert für den Zusammenhalt in der Gesellschaft", erklärt der Kirchenvertreter weiter.

"Kein Tabuthema"

Offen für Ochsners Feiertags-Idee zeigt sich der ÖVP-Wirtschaftsbund: "Wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken und die Produktivität steigern wollen, darf auch die Zahl der Feiertage kein Tabuthema sein", sagt Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf zu "Heute".

"Eine Angleichung an den europäischen Durchschnitt sollte daher durchaus diskutiert werden dürfen", so Graf weiter.

Ochsner seinerseits ist überzeugt, "dass in zehn Jahren kaum noch jemand wissen würde, dass es diese Feiertage gegeben hat".

sea, 04.11.2026, 05:30