Weil es Brüssel so will! WhatsApp arbeitet derzeit an einer Funktion, die es ermöglicht, mit Nutzern anderer Messenger-Dienste zu kommunizieren ohne zusätzliche Programme zu installieren. Wie das auf App-Neuigkeiten spezialisierte Portal WABetaInfo berichtet, will der Chat-Dienst damit den Anforderungen des sogenannten Digital Markets Act der EU entsprechen, der große Tech-Unternehmen verpflichtet, ihre Dienste für Drittanbieter zu öffnen.
Die Funktion befindet sich laut Bericht noch in Entwicklung, werde aber bereits intensiv getestet und verbessert. WhatsApp wolle sicherstellen, dass das System stabil und benutzerfreundlich funktioniert, bevor es in Europa veröffentlicht wird. Mit dem jüngsten Beta-Update für Android (Version 2.25.32.7) sei nun eine weitere Ausbaustufe entdeckt worden: Künftig sollen auch Gruppenchats mit Teilnehmern aus verschiedenen Plattformen möglich sein.
Demnach wird WhatsApp Nutzern erlauben, sogenannte "Drittanbieter-Gruppen" zu erstellen. In diesen Gruppen sollen die gleichen Basisfunktionen wie in WhatsApp-Chats zur Verfügung stehen, also das Senden von Textnachrichten, Fotos, Videos, Sprachnachrichten, Dokumenten. Auf WhatsApp-Features wie Statusmeldungen, Sticker oder selbstlöschende Nachrichten müsse man jedoch verzichten, da der Fokus auf einfacher und sicherer Kommunikation liege.
Besonderes Augenmerk legt WhatsApp laut WABetaInfo auf den Datenschutz. Drittanbieter, die an das System angebunden werden wollen, müssten eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nachweisen, die einem vorgegebenen Sicherheitsniveau entspricht. Nur Dienste, die diese technische Prüfung bestehen, sollen für die Kommunikation zugelassen werden.
Um unerwünschte Einladungen zu verhindern, werde es außerdem neue Privatsphäre-Einstellungen geben. Nutzer können selbst festlegen, wer sie zu Drittanbieter-Chats oder -Gruppen hinzufügen darf – wahlweise jeder, nur eigene Kontakte oder niemand. Damit wolle WhatsApp die Kontrolle über die eigene Erreichbarkeit stärken und Spam vermeiden.
Das neue Feature soll ausschließlich in der Europäischen Union verfügbar sein, da die gesetzlichen Vorgaben nur dort gelten. Ein weltweiter Rollout ist derzeit nicht geplant. Wann genau die neue Funktion offiziell startet, ist noch unklar. Laut WABetaInfo werde WhatsApp die Einführung erst nach Abschluss aller Tests und letzten Optimierungen vornehmen.