Im Wiener Rathaus stand am 4. Mai alles im Zeichen Europas: Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) luden rund 150 Schüler zur Veranstaltung "Europa in meiner Schule".
In der Volkshalle diskutierten Jugendliche aus Oberstufen und Berufsschulen mit Experten über aktuelle EU-Themen – mit Fokus auf Nachhaltigkeit und den konkreten Einfluss der Europäischen Union auf den Alltag in Wien.
Bürgermeister Ludwig blickte in seiner Rede auf die Entwicklung Wiens zurück. Früher habe die Stadt noch am Rand des Eisernen Vorhangs gelegen, heute sei sie "eine wachsende, internationale Metropole mit über zwei Millionen Einwohner*innen im Herzen Europas, zu deren positiver Entwicklung die Europäische Union wesentlich beigetragen" habe.
Anhand konkreter Beispiele zeigte Ludwig, "was die EU mit dem Alltag junger Menschen zu tun hat". So wurde etwa der Josef-Strauß-Park im 7. Bezirk mit EU-Unterstützung neugestaltet – unter Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen. Auch Projekte zur Begrünung und Klimaanpassung sowie das Wiener Wasserbau-Labor werden durch EU-Mittel mitfinanziert.
Vizebürgermeisterin Emmerling betonte die Rolle der EU für Bildung und Demokratie: "Die Europäische Union ist nicht nur ein wirtschaftliches und politisches Projekt, sie ist auch ein Bildungs- und Friedensprojekt – und das funktioniert nur, wenn junge Menschen ihre Stimme auch tatsächlich nutzen."
Schulen seien Orte, "an denen junge Menschen lernen, Demokratie zu leben, Vielfalt zu schätzen und Verantwortung zu übernehmen – in Wien, in Österreich und in ganz Europa". Besonders wichtig sei die Beteiligung junger Menschen: "Wer 16 Jahre oder älter ist, hat die Möglichkeit, aktiv mitzuentscheiden, in welche Richtung sich Europa entwickelt."
Auch Patrick Lobis, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, hob die Bedeutung der Städte hervor: "Das geeinte Europa bietet gerade für junge Menschen große Chancen. Umso wichtiger ist es, dass sie es mitgestalten, denn die Europäische Union ist das, was wir daraus machen."
Ludwig verwies zudem auf die Rolle der EU beim Klimaschutz: "Die EU hilft nicht nur dabei, Städte klimafit zu machen, sie verbindet uns auch miteinander". Als Beispiel nannte er den Ausbau der Bahnstrecke nach Bratislava sowie Wiener Programme wie die Smart Klima City Strategie und "Raus aus Gas".
Der Bürgermeister ging auch auf Vorurteile gegenüber der EU ein und betonte, dass Entscheidungen "im Grätzl, in den Bezirken und in den Schulen" ankommen. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass Frieden in Europa "absolut nicht selbstverständlich" sei.
Mit Blick auf die Europawahlen sagte Ludwig: "Bei den Europawahlen können Sie und könnt ihr mitbestimmen, was in Europa, in unserem Land und in unserer Stadt passiert." Zum Abschluss wandte er sich direkt an die Jugendlichen: "Wir alle sind Europa. Herzlich willkommen, mitten in Europa, mitten in Wien, im Wiener Rathaus."