Identitäts-Wallet abrufbar

EU macht digitalen Führerschein zum künftigen Standard

Die Plastikkarte bekommt Konkurrenz: Ein EU-weit gültiger digitaler Führerschein soll künftig über die digitale Identitäts-Wallet abrufbar sein.
Digital  Heute
22.09.2026, 09:39
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Der Führerschein wandert aufs Smartphone. Die EU hat neue Regeln für den Führerschein beschlossen, die einen einheitlichen digitalen Führerschein vorsehen. Dieser soll über die europäische Brieftasche für die Digitale Identität abrufbar sein. Österreich soll den digitalen Führerschein spätestens bis Ende 2030 als Standardformat anbieten. Gleichzeitig bleibt das Recht auf einen physischen Führerschein bestehen.

Der digitale Führerschein soll dabei nicht einfach nur ein Foto der Plastikkarte sein. Die EU definiert dafür ein eigenes digitales Format. Der Führerschein wird als elektronische Bescheinigung in der europäischen Digital Identity Wallet gespeichert. Nutzer sollen die darin enthaltenen Daten anzeigen und bei Bedarf an berechtigte Stellen übermitteln können.

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Das soll auch bei Kontrollen funktionieren. Behörden können über die digitale Brieftasche jene Informationen abrufen, die für die Überprüfung der Fahrerlaubnis notwendig sind. Dazu gehören auch Einschränkungen, die für die jeweilige Fahrerlaubnis gelten. Ein digitaler Führerschein soll damit rechtlich nicht bloß eine zusätzliche Information auf dem Handy sein, sondern ein vollwertiger Nachweis der Fahrerlaubnis.

Beide Varianten können gleichzeitig genutzt werden

Für Autofahrer bedeutet das künftig mehr Auswahl. Wer einen digitalen Führerschein verwendet, soll trotzdem weiterhin einen physischen Führerschein beantragen können. Die EU-Richtlinie sieht ausdrücklich vor, dass Bürgerinnen und Bürger das Recht auf das physische Format behalten. Auch beide Varianten können gleichzeitig genutzt werden.

Der digitale Führerschein soll außerdem kostenlos elektronisch abrufbar sein. Dafür wird er mit der europäischen Brieftasche für die Digitale Identität verbunden. Die technischen Regeln dafür müssen die EU-Mitgliedstaaten und die Kommission schrittweise umsetzen. Die Kommission soll unter anderem Standards für Aussehen, Interoperabilität, Sicherheit und Überprüfung festlegen.

EU-Führerschein geht über Österreichs Lösung hinaus

Für Österreich ist das Thema nicht völlig neu. Bereits heute gibt es einen digitalen Führerschein im Rahmen des österreichischen eAusweises. Der neue EU-Führerschein geht allerdings darüber hinaus: Er soll nach den neuen EU-Vorgaben unionsweit standardisiert und gegenseitig anerkannt werden.

Der Umstieg kommt aber nicht von heute auf morgen. Die neue EU-Richtlinie muss in nationales Recht umgesetzt werden. Nach den EU-Vorgaben sollen digitale Führerscheine künftig das Standardformat werden. Das österreichische Bundeskanzleramt nennt dafür spätestens Ende 2030.

Auch die Plastikkarte verschwindet deshalb nicht automatisch. Wer lieber einen klassischen Führerschein in der Geldbörse mitführt, soll diesen weiterhin erhalten können. Der digitale Führerschein ist damit zunächst eine zusätzliche beziehungsweise alternative Form des Nachweises und kein Zwang, das Smartphone als einzigen Führerschein zu verwenden.

red,22.09.2026, 09:39
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