EUDI-Wallet kommt

EU startet jetzt digitale Brieftasche für alle Bürger

Ab 2027 wird eine digitale EU-Wallet Ausweise, Signaturen und weitere Nachweise bündeln. So soll die neue EU-Brieftasche funktionieren.
Rene Findenig
16.09.2026, 20:50
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Ab Jänner 2027 sollen die ersten EU-Mitgliedstaaten eine eigene Europäische Digitale Identitäts-Wallet, kurz EUDI-Wallet, bereitstellen. Damit soll die digitale Identität künftig auch grenzüberschreitend für öffentliche und private Angebote eingesetzt werden können. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Kontrolle über die eigenen Daten. Nutzer sollen nicht automatisch sämtliche persönlichen Informationen weitergeben müssen. Stattdessen sollen sie für einen konkreten Vorgang nur jene Angaben freigeben, die tatsächlich benötigt werden.

Möglich machen das verifizierte Attributsnachweise. Damit können einzelne Informationen digital bestätigt werden, ohne weitere persönliche Daten offenzulegen. Die Wallet soll damit verschiedene Anwendungen bündeln und gleichzeitig die Kontrolle über die Weitergabe persönlicher Informationen beim Nutzer lassen.

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"Damit die EUDI-Wallet im Alltag funktioniert, braucht es neben einer einfachen Nutzung auch gemeinsame Standards, Interoperabilität und vertrauenswürdige Dienste. Als qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter bringen wir unsere Erfahrung genau dort ein, wo digitale Identitäten für sichere und rechtsverbindliche Anwendungen genutzt werden", erklärt Markus Vesely, CEO von A-Trust.

Ausweis, Führerschein und Signatur

In der EUDI-Wallet sollen unter anderem digitale Ausweise, Führerscheine und berufliche Zertifikate verwaltet werden können. Diese Nachweise sollen sowohl bei Behörden als auch bei privaten Anbietern zum Einsatz kommen. Auch die Anmeldung bei Online-Diensten soll über die Wallet möglich sein. Weitere vorgesehene Anwendungen sind qualifizierte elektronische Signaturen und die Authentifizierung von Zahlungen.

Damit könnten Funktionen, für die heute unterschiedliche Anwendungen oder Systeme verwendet werden, über eine gemeinsame digitale Wallet zugänglich werden. Eine besondere Rolle spielt dabei die Qualifizierte Elektronische Signatur, kurz QES. Sie ermöglicht es, Dokumente rechtsgültig digital zu unterschreiben. Die QES entspricht laut den vorliegenden Informationen der höchsten Sicherheits- und Vertrauensstufe und wird von zertifizierten Vertrauensdiensteanbietern wie A-Trust bereitgestellt.

Deutschland startet am 2. Jänner

Wie eine solche Signatur über eine EUDI-Wallet funktionieren kann, wurde bereits im EU-Pilotprojekt POTENTIAL erprobt. A-Trust war an dem Large-Scale-Pilot beteiligt und brachte dabei insbesondere seine Erfahrung mit qualifizierten elektronischen Signaturen ein. Nach Angaben des Unternehmens sind seine Signatur- und Identifikationslösungen bereits für den Einsatz mit der EUDI-Wallet ausgelegt. Die Erfahrungen aus bestehenden Anwendungen und aus dem Pilotprojekt sollen nun in die weitere Entwicklung des europäischen Wallet-Systems einfließen.

Konkret wird die digitale europäische Identität in Deutschland mit dem Start der deutschen EUDI-Wallet d-you am 2. Jänner 2027 nutzbar. A-Trust will dabei einen konkreten Anwendungsfall für die qualifizierte elektronische Signatur anbieten. Berechtigte Nutzer in Deutschland sollen nach der Einrichtung und Identifikation über d-you für einen begrenzten Zeitraum kostenlos QES nutzen können. Damit bringt A-Trust einen Anwendungsfall nach Deutschland, der in Österreich bereits seit Jahren etabliert ist.

Das Unternehmen gibt an, über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Zertifikatsbereich und mehr als fünf Millionen aktive Nutzer einer A-Trust-QES zu verfügen. Die kostenlose Signaturmöglichkeit für Privatpersonen habe dabei früh einen Zugang zur qualifizierten elektronischen Signatur in Österreich geschaffen. "Unsere langjährige Erfahrung in Österreich zeigt, dass digitale Identitäten vor allem dann Akzeptanz finden, wenn sie einen konkreten Nutzen bieten und einfach im Alltag eingesetzt werden können. Genau diese Erfahrung möchten wir in das deutsche EUDI-Wallet-Ökosystem einbringen", sagt Vesely.

A-Trust bringt Österreich-Erfahrung ein

Der konkrete Signaturdienst soll beim Start von d-you zeigen, wie sich eine digitale Identität mit einer rechtsverbindlichen Anwendung verbinden lässt. QES sind gemäß eIDAS EU-weit rechtsgültig, eindeutig einer Person zuordenbar und technisch überprüfbar. Bei einem Austausch am 9. September in Berlin traf A-Trust zudem Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und weitere Partner des Wallet-Starts. Dabei ging es laut den vorliegenden Informationen auch um konkrete Anwendungsfälle für digitale Identitäten.

Die EUDI-Wallet soll langfristig die technische Grundlage schaffen, digitale Identitäten und Nachweise innerhalb der EU grenzüberschreitend einzusetzen. Entscheidend wird dabei nicht nur die technische Umsetzung sein. Die Anwendungen müssen für Nutzer verständlich sein und sich möglichst einfach in alltägliche digitale Abläufe integrieren lassen.

rfi,Akt. 16.09.2026, 21:32, 16.09.2026, 20:50
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