Digitale Identität

So verändert die EUDI Wallet deine Behördenwege

Digitale Identitäten sollen Behördengänge vereinfachen. Gleichzeitig rücken Datenschutz und die Kontrolle über persönliche Daten stärker in den Fokus.
Digital  Heute
21.07.2026, 18:39
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Immer mehr Behörden bieten ihre Leistungen online an. Anträge können digital eingereicht, Dokumente elektronisch unterschrieben und Informationen über das Internet ausgetauscht werden. Das spart Zeit und soll viele Wege zum Amt überflüssig machen. Gleichzeitig wächst aber auch die Sorge vieler Menschen, wer ihre persönlichen Daten erhält und wie diese verwendet werden. Genau an diesem Punkt setzt die Weiterentwicklung digitaler Identitäten an.

Wie sich digitale Verwaltungsdienste künftig verändern könnten, war Thema bei der ADV e-Government Konferenz 2026 in Villach. Dort erklärte Markus Vesely, CEO des österreichischen Anbieters A-Trust, welche Rolle digitale Identitäten, die europäische EUDI Wallet und die geplante Business Wallet künftig spielen könnten. Nach seiner Einschätzung können digitale Lösungen ihr Potenzial nur dann vollständig entfalten, wenn Sicherheit, gemeinsame europäische Standards und die Kontrolle über die eigenen Daten zusammenspielen.

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Die Digitalisierung soll den Kontakt mit Behörden einfacher machen. Damit das funktioniert, müssen Informationen zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Stellen sicher übertragen werden können. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Datenschutz und Transparenz. Menschen wollen wissen, welche Daten weitergegeben werden und warum dies notwendig ist.

Nur die wirklich notwendigen Daten weitergeben

Vesely sieht genau darin einen entscheidenden Faktor für die Akzeptanz digitaler Angebote. Er sagt: "Der Erfolg digitaler Verwaltungsservices hängt nicht nur von ihrer Benutzerfreundlichkeit ab. Entscheidend ist auch, dass Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen können, welche Daten sie teilen und wofür diese verwendet werden. Wallet-Lösungen schaffen neue Möglichkeiten, digitale Abläufe einfacher zu gestalten und gleichzeitig die digitale Selbstbestimmung zu stärken."

Mit der EUDI Wallet entsteht derzeit auf europäischer Ebene eine digitale Brieftasche für Identitäten und verschiedene Nachweise. Das Ziel besteht darin, dass Nutzerinnen und Nutzer künftig selbst bestimmen können, welche Informationen sie in einer bestimmten Situation freigeben möchten.

Dabei soll nicht mehr automatisch ein kompletter Datensatz übermittelt werden. Stattdessen sollen nur jene Angaben weitergegeben werden, die tatsächlich erforderlich sind. Benötigt jemand beispielsweise einen Altersnachweis, könnte künftig allein die Bestätigung ausreichen, dass die Person volljährig ist. Angaben wie das Geburtsdatum oder die Wohnadresse müssten in diesem Fall nicht zusätzlich offengelegt werden.

Dieses Prinzip der selektiven Datenweitergabe soll dazu beitragen, den Umgang mit personenbezogenen Informationen sparsamer zu gestalten. Gleichzeitig könnten Identitätsprüfungen und Verwaltungsabläufe einfacher und schneller abgewickelt werden, weil nur die jeweils benötigten Informationen ausgetauscht werden.

Auch Unternehmen sollen digitale Identitäten erhalten

Nicht nur Privatpersonen sollen künftig von digitalen Wallet-Lösungen profitieren. Parallel dazu entwickelt sich mit der Business Wallet ein vergleichbares Konzept für Unternehmen. Dabei sollen Unternehmensidentitäten, Vertretungsbefugnisse und weitere digitale Nachweise künftig standardisiert werden. Geplant ist außerdem, dass diese Informationen auch grenzüberschreitend genutzt werden können. Dadurch könnten Verwaltungsverfahren und Geschäftsprozesse einfacher abgewickelt werden. Gleichzeitig soll der Verwaltungsaufwand für Unternehmen sinken.

Österreich beteiligt sich an der Entwicklung

A-Trust begleitet diese Entwicklung nach eigenen Angaben als österreichischer Vertrauensdiensteanbieter. Das Unternehmen stellt Lösungen für digitale Identitäten, Authentifizierung und elektronische Signaturen bereit und arbeitet mit öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Nach Unternehmensangaben werden sämtliche Authentifizierungs- und Signaturprozesse in österreichischen Rechenzentren verarbeitet. Die technische Grundlage bildet dabei eine europäische Vertrauensinfrastruktur.

Digitale Verwaltung soll Vertrauen schaffen

Je mehr Behördendienste digital angeboten werden, desto wichtiger werden Lösungen, die Sicherheit und einfache Bedienung miteinander verbinden. Ebenso entscheidend ist, dass Nutzerinnen und Nutzer nachvollziehen können, welche Daten verarbeitet werden und selbst bestimmen, welche Informationen sie weitergeben möchten.

Digitale Identitäten, die EUDI Wallet und künftig auch die Business Wallet sollen genau diesen Anspruch erfüllen. Sie sollen Verwaltungsabläufe vereinfachen, gleichzeitig den Schutz persönlicher Daten stärken und den Menschen mehr Kontrolle über ihre digitalen Nachweise geben. Damit könnte die digitale Verwaltung in Europa einen weiteren Schritt in Richtung eines einfacheren und transparenteren Umgangs mit Behördenleistungen machen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.07.2026, 18:39
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