Ca. 6 Millionen Euro

EU-Verein pleite – er kassierte Millionen an Steuergeld

Jahrzehntelang setzte sich der "Bund Europäischer Jugend" für mehr europäische Integration ein. Jetzt ist er insolvent, der Staat fordert Geld zurück.
Heute Politik
08.09.2026, 01:14
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Jahrelang erhielt der "Bund Europäischer Jugend" (BEJ) Millionen an Fördergeld vom Staat. Nach der Insolvenz des Vereins kommt nun eine brisante Prüfung ans Licht: Statt der angegebenen rund 81.000 Mitglieder konnten laut Ministerium nur 1.738 Namen nachgewiesen werden. Jetzt fordert die Republik mehr als sechs Millionen Euro zurück.

1.738 statt 81.000 Mitglieder

Wie die "Krone" berichtet, geriet der BEJ im Zuge einer Kontrolle der Bundesjugendförderung ins Visier des Familienministeriums. Der Verein, der sich jahrzehntelang für ein vereintes Europa eingesetzt hatte, schlitterte im Sommer in die Insolvenz. Im Zentrum der Prüfung standen unter anderem die Mitgliederzahlen, die für den Erhalt und die Höhe der Förderung entscheidend sind.

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Über Jahre hinweg hatte der Verein demnach rund 81.000 Mitglieder angegeben. Bei Kontrollen am 29. Mai und am 15. Juni 2026 konnte der BEJ laut Familienministerium allerdings lediglich eine Liste mit 1.738 nachweisbaren Namen vorlegen. Brisant: Für eine Förderung müssen mindestens 3.000 Mitglieder glaubhaft gemacht werden. Damit lag der Verein bei der Kontrolle deutlich unter dieser Grenze.

Der Fall wurde daraufhin an die Finanzprokuratur, den Anwalt der Republik, weitergegeben. Wenig später folgte die Insolvenz. Die frühere BEJ-Geschäftsführerin Kati Schneeberger hatte gegenüber der "Krone" zuvor erklärt, dass die Förderzusage zu lange gedauert habe und dies zur finanziellen Schieflage beigetragen habe.

Über 6 Millionen Euro

Nun will der Bund bereits ausbezahltes Fördergeld zurückholen. Für die Jahre 2021 bis 2025 wurde im Insolvenzverfahren laut Ministerium eine Forderung von mindestens 1.644.878,80 Euro angemeldet. Die Finanzprokuratur empfiehlt jedoch, noch deutlich weiter zurückzugehen. Für die Jahre 2001 bis 2020 geht es um weitere 4.410.250,45 Euro. Insgesamt stehen damit Rückforderungen in Höhe von 6.055.129,25 Euro im Raum.

Ob davon noch viel Geld zurückkommt, ist allerdings fraglich. Laut Insolvenzverwalter müssen die Gläubiger derzeit damit rechnen, leer auszugehen. Das Ministerium behält sich deshalb auch "weitere Schritte gegenüber Verein und Geschäftsführung" vor.

Schärfere Förderregeln

Der Fall hat nun auch Konsequenzen für das gesamte Fördersystem. Nachdem Kontrollen zwei Jahre hintereinander zu Rückforderungen geführt hatten, sollen die Regeln verschärft werden. Künftig soll genauer festgelegt werden, was überhaupt als "Mitglied" gilt. Außerdem müssen Vereine bereits bei der Antragstellung konkretere Nachweise vorlegen. Damit sollen Förderungen laut Ministerium leichter überprüfbar und rechtssicherer werden.

{title && {title} } pol, {title && {title} } 08.09.2026, 01:14
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