Budget, Gremien, Parteipolitik

So soll der ORF jetzt neu aufgestellt werden

Entpolitisierierung, mehr Bürgerbeteiligung, Finanzierung in die Verfassung: Dieses ORF-Reformkonzept legen über 50 gemeinnützige Organisationen vor.
Heute Politik
07.09.2026, 23:14
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Am 10. und 11. September findet ein "ORF-Zukunftsforum" statt. Im Vorfeld legt das "Österreichische Netzwerk Zivilgesellschaft" (ÖNZ) einen Katalog mit Forderungen zu einer Reform des Öffentlich-Rechtlichen vor.

Weg mit Polit-Einfluss

Verlangt wird ein ORF, der frei und unabhängig von parteipolitischem Einfluss agieren kann und dessen Finanzierung und öffentlich-rechtlicher Auftrag per Verfassung geschützt sind. So kann er Bürgern den Zugang zu unabhängiger und verlässlicher Information bereitstellen und seine zentrale Rolle für die Demokratie erfüllen, schreibt das ÖNZ in einer Aussendung.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Publikumsrat stärken

Kern des Reformvorschlags ist eine tiefgreifende Erneuerung der ORF-Gremien. Der Publikumsrat soll als zentrales Repräsentationsorgan gestärkt und maßgeblich bei strategischen Entscheidungen wie der Wahl der Generaldirektion eingebunden werden. Der Anteil direkt parteipolitisch entsandter Mitglieder soll auf maximal ein Drittel begrenzt werden. Neben einer garantierten gesellschaftlichen Vielfalt sieht das Modell die Einführung eines Losverfahrens nach dem Schöffen-Prinzip vor.

Stiftungsrat verkleinern

Parallel dazu soll der bisherige Stiftungsrat in einen verkleinerten, professionellen Verwaltungsrat umgewandelt werden. In diesem soll dann auch der Redaktionsausschuss direkt vertreten sein.

Keine Wiederwahl der Direktoren

Zur Modernisierung der Führungsebenen fordert das ÖNZ die Abschaffung der Alleingeschäftsführung zugunsten eines strikten Vier-Augen-Prinzips. Zudem soll die Funktionsperiode von Direktoren auf einmalig acht Jahre verlängert und die  Wiederwahlmöglichkeit abgeschafft werden.

Verpflichtende Hearings für Führungspositionen

Sämtliche Direktions- und Führungspositionen – einschließlich aller Landesstudios – sollen künftig in gemeinsamen Sitzungen von Publikums- und Verwaltungsrat gewählt werden. Verpflichtende öffentliche und internationale Hearings sowie lückenlos dokumentierte Auswahlverfahren nach Standards des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes sollen sicherstellen, dass nicht Parteinähe, sondern Qualifikation ausschlaggebend ist.

Finanzierung in die Verfassung

Um den ORF dauerhaft vor politischer Aushungerung zu schützen, verlangt das ÖNZ eine verfassungsrechtliche Absicherung sowohl des Finanzierungsmodells als auch des öffentlich-rechtlichen Kernauftrags. Eine Finanzierung über ein Bundesbudget – wie das die FPÖ fordert – lehnt das ÖNZ dagegen ab. Ein weiterer spannender Punkt zur Absicherung der Pressefreiheit: ein Weisungsverweigerungsrecht für die ORF-Journalisten.

"Licht ins Dunkel" soll bleiben

Schließlich unterstreicht das Netzwerk die gesellschaftliche Verantwortung des Senders. Die Fortführung humanitärer Initiativen wie "Licht ins Dunkel" und "Nachbar in Not" müsse ebenso wie der Umweltbeirat als gesetzlicher Kernauftrag dauerhaft garantiert bleiben.

Reform nur mit Einbindung von Experten

Das ORF-Zukunftsforum dürfe nicht bei einer Themensammlung stehen bleiben. Es brauche einen verbindlichen Zeitplan, ein ordentliches Begutachtungsverfahren und die strukturierte Einbindung von Experten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der ORF-Redaktionen.

{title && {title} } pol, {title && {title} } 07.09.2026, 23:14
Weitere Storys