Männer haben im Schnitt rund fünf Jahre weniger vom Leben als Frauen. Das ist nicht nur in Österreich so, sondern ein weltweites Phänomen. Laut Statistik Austria lag die Lebenserwartung im Vorjahr für Männer bei 79,4 Jahren und für Frauen bei 84,2 Jahren.
Spannendes Detail: Der Wert stieg ab 1950 jährlich an. 2020 ging er aber zurück, im Jahr darauf noch einmal. Der bittere Grund: die Corona-Pandemie.
Die hohe Lebenserwartung ist immer wieder Grund für teils heftige Diskussionen: Seit Jahrzehnten wird über das Alter gestritten, mit dem man den Ruhestand antreten darf. Zuletzt ist erneut eine Kontroverse entbrannt.
Nun schaltet sich ein PVA-Vertreter ein: "Wenn wir nichts ändern, wird sich das nicht mehr ausgehen. Eine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters auf 67 Jahre muss kommen", betont Markus Raml in den "OÖN". Der Chef einer Steuerberatungsfirma in Linz und Rohrbach ist seit drei Wochen eines von vier Mitgliedern der Kurie der Pensionsversicherungsanstalt.
Die Finanzierung der Pensionen komme an ihre Grenzen, so Raml. Im vergangenen Jahr musste der Staat aus dem Budget rund 8,8 Mrd. Euro zuschießen. 2027 werden es 12,5 Mrd. sein und 2029 schon 14,3 Mrd Euro.
Die Konsequenz: In einem ersten Schritt müsse das Regelpensionsalter angehoben werden, das bei Frauen derzeit bei 60,2 und bei Männern bei 62,3 Jahren liege. Der zweite Schritt wäre die Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters, sagt der Steuerberater. Schwerarbeiter sollten aber weiterhin früher in den Ruhestand gehen können.
2024 betrug die durchschnittliche Pension der Frauen 1.594,24 Euro und jene der Männer 2.321,40 Euro. Das Gesamtvolumen, das die PVA jährlich bewegt, machte zuletzt 55,9 Mrd. aus, der Bund schoss 8,8 Mrd. Euro zu.