Der Schock steckt den Anrainern noch in den Knochen – viele von ihnen mussten die Tragödie vergangenen Mittwoch mit ansehen: Kurz vor 11.30 Uhr geriet die Maschine des Typs P2002JF Sierra nahe Steinbach (Bez. Vöcklabruck) in Turbulenzen. Rund 300 Meter vom Ufer entfernt krachte sie ins Gewässer und sank auf gut 160 Meter Tiefe.
Für die beiden Personen, die sich an Bord befanden, kam jede Hilfe zu spät. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine 19-jährige Flugschülerin und ihren Lehrer (24). Sie waren von Salzburg aus gestartet.
Die Bergung des Wracks mit den toten Insassen, die nun obduziert werden, gestaltete sich herausfordernd: Anfangs war das nötige Spezialgerät nicht verfügbar, dann machte das schlechte Wetter den Einsatzkräften einen Strich durch die Rechnung. Am Montag konnte das Flugzeug endlich an die Wasseroberfläche und schließlich an Land geschafft werden.
Zuvor wurde eine Bergeleine an der Propellermaschine angebracht. Zwei eigens ausgebildete Taucher waren für die Aktion, die viel Fingerspitzengefühl brauchte und rasch über die Bühne gehen musste, erforderlich.
"Wir hatten dafür nur 90 Sekunden eingeplant", berichtet einer der beiden, Markus Sturm, im Gespräch mit der "Krone". "Und es war dann schwieriger als erwartet, weil wir die Seile praktisch per Hand unter dem Wrack durchbringen mussten. Am Ende werden es zwei Minuten gewesen sein, die wir ganz unten waren."
Auch die Vorbereitungszeit war extrem kurz: "Wir haben erst seit Samstag daran gearbeitet. Es musste alles so sicher wie möglich sein", so Sturm, der gemeinsam mit seinem Kollegen und Lehrmeister Manfred Führmann ins Wasser ging.
Zudem waren sechs Sicherungstaucher bis auf eine Tiefe von 80 Meter verteilt – für den Fall der Fälle. Alles musste bis ins kleinste Detail besprochen und geplant werden, denn ein derartiger Tauchgang kann lebensgefährlich sein.
Was die Aktion zusätzlich erschwerte: "Die Bilder des Tauchcomputers waren leider nicht ideal", berichtet Sturm. "Die Teile, wo wir die Seile anbringen wollten, waren nicht stabil genug. Deshalb mussten wir improvisieren."