Eklat bei Feldmesse

FPÖ-Zoff mit Bischof – jetzt meldet sich Kickl zu Wort

Es ist die nächste Runde im Konflikt zwischen der FPÖ und dem Innsbrucker Bischof Hermann Glettler. Nun meldete sich auch Parteichef Kickl zu Wort.
Newsdesk Heute
07.05.2026, 21:56
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Es war der Eklat des diesjährigen Gauder Fests in Zell am Ziller. Während einer im Rahmen des traditionellen Trachtenfests stattfindenden Feldmesse kam es zu einer Wortmeldung des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christoph Steiner – "Heute" berichtete ausführlich.

Auslöser war eine Predigt des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler. Steiner ortete in den Worten des Geistlichen "parteipolitische linke Agitation". Laut "Heute"-Infos soll der Freiheitliche daher "Du hättest besser Politiker bei den Grünen werden sollen – Frechheit!" gerufen haben. Steiner zufolge soll er den Satz nicht laut gerufen haben, andere Personen widersprechen dieser Darstellung.

Heftige Kritik der Tiroler ÖVP

Der Vorfall schlug schnell hohe Wellen in Tirol und über die Landesgrenzen hinaus. Laut der Tiroler ÖVP zeige diese Causa, dass die FPÖ nie regierungsfähig sei. Des Weiteren forderte man den freiheitlichen Chef in Tirol, Markus Abwerzger, auf, "ein klares Machtwort" zu sprechen.

Aus Niederösterreich meldete sich hingegen der blaue Politiker Hubert Keyl zu Wort. Er betonte, dass es bei den österreichischen Bischöfen ein "klares parteipolitisches Muster" gebe. Zudem forderte Keyl die Abschaffung der Kirchensteuer.

Das sagt Kickl

Nun dürfte die Causa auch die Chefetage der Blauen erreicht haben. Am Rande eines Medientermins am Wiener Flughafen äußerte sich auch FPÖ-Chef Herbert Kickl dazu. Wie die "Krone" berichtet, zeigte sich Kickl froh darüber, dass die Zeiten vorbei wären, in denen "man die Kirche nicht kritisieren durfte". Ihm zufolge würde ein Kirchenvertreter zum "politischen Akteur" werden, wenn er parteipolitische Statements bei einer Predigt abgeben würde.

Um diese Passage der Predigt dürfte es gehen:

"Euer Herz lasse sich nicht verwirren!' Welch eine starke Zusage – und ein Auftrag gleich zu Beginn des heutigen Evangeliums! Innerlich nicht wirr werden, hineingerissen in einen Strudel, in dem man sich vor lauter Lügen und Manipulationen nicht mehr auskennt. Leider sind wir alle leicht verführbar. Vorsicht deshalb vor denen, die das Blaue vom Himmel versprechen: "Mit uns wird alles besser, alles gerechter. Mit uns kommt die gute alte Zeit zurück!" Das sind leere Worte. Und wenn dann jemand noch die Klaviatur von Neid, Hass und Verlustängsten beherrscht – gegen die Sozialbetrüger und "Völkerwanderer" – dann bitte Vorsicht: Es gibt nicht die einfachen Lösungen! Neid erzeugt Neid, Enthemmung führt zu weiterer Enthemmung und Hass produziert Hass. Wollen wir das? Gefährlich ist das Nicht-Zuhören und Drauflos-Behaupten."

Gleichzeitig meinte er, dass man es mit einer "gewissen Abkapselung der Obrigkeit vom Kirchenvolk zu tun" habe. In diesem Zusammenhang erinnerte der FPÖ-Chef auch an die Corona-Zeit: "Ob das eine gute Entwicklung ist für die katholische Kirche, das wage ich zu bezweifeln." Abschließend verwies Kickl darauf, dass es ein Treffen zwischen Steiner und Glettler geben werde.

Angebot von Steiner

Wie bereits berichtet, hatte Steiner den Bischof in einer Videobotschaft zu einem Gespräch bei Kaffee und Kuchen eingeladen. Der Freiheitliche zeigte sich davon überzeugt, dass man sich schon ausreden könne – "ohne Zwischenrufe der ÖVP".

Des Weiteren soll der FPÖ-Nationalratsabgeordnete laut eigener Aussage bereits per Brief um eine Audienz angesucht haben. Wie der "ORF Tirol" unter Berufung auf die Diözese berichtet, soll das Treffen zwischen Glettler und Steiner "in nächster Zeit" stattfinden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 07.05.2026, 21:58, 07.05.2026, 21:56
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