Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) ist zu einem Arbeitsbesuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Präsident Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan am Donnerstag im Präsidentenpalast in Abu Dhabi stand die angespannte Sicherheitslage in der Golfregion. "Österreich steht fest an der Seite der Emirate und verurteilt die erneuten iranischen Drohnenangriffe Anfang der Woche klar", sagte Stocker.
"Gleichzeitig erneuern und vertiefen wir unsere strategische Partnerschaft ganz bewusst, weil Sicherheit, wirtschaftliche Stärke und technologischer Fortschritt heute untrennbar miteinander verbunden sind", so der Kanzler weiter.
„Österreich steht fest an der Seite der Emirate.“Christian StockerBundeskanzler (ÖVP)
Beide Seiten betonten die Wichtigkeit stabiler Partnerschaften in unsicheren Zeiten. Österreich und die Emirate bauen ihre Zusammenarbeit aus, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Künstliche Intelligenz, Energie, Industrie, Forschung und Investitionen.
Die Emirate sind Österreichs größter Handels- und Wirtschaftspartner in der Golfregion und gewinnen diesbezüglich weiter an Bedeutung. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von rund einer Milliarde Euro, österreichischen Exporten von zuletzt rund 845 Millionen Euro sowie mehr als 150 österreichischen Unternehmen vor Ort zeigt sich die enge wirtschaftliche Verflechtung beider Länder.
Beim Treffen mit dem Präsidenten wurde auch ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Vereinigten Arabischen Emiraten angesprochen. Für Stocker wäre ein rascher Abschluss ein wichtiger Schritt, um Europas Handelsbeziehungen breiter aufzustellen.
Es sei im Gespräch aber auch um Kultur gegangen, berichtete Stocker. In diesem Zusammenhang habe er Al Nahyan zum Neujahrskonzert 2027 nach Wien eingeladen.
Nach dem Treffen mit dem Präsidenten besuchte Stocker gemeinsam mit Sultan Ahmed Al Jaber, Industrieminister der Emirate und Chef des Energieriesen ADNOC, die Industriemesse "Make it in the Emirates" sowie das ADNOC-Headquarter in Abu Dhabi. Dort ging es unter anderem um die Zusammenarbeit mit der OMV, Energieversorgung und Zukunftstechnologien.
Besonders wichtig ist dabei die neue Borouge Group International. Durch die Zusammenführung von Borealis und Borouge entstand der viertgrößte Polyolefin-Produzent der Welt – mit Sitz in Österreich. Das Industrieprojekt wird mit rund 60 Milliarden US-Dollar bewertet.
"Die Zusammenarbeit mit ADNOC zeigt, wie eng Versorgungssicherheit, Innovation und industrielle Wettbewerbsfähigkeit heute miteinander verbunden sind. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind Projekte wie die Borouge Group International ein besonders starkes Bekenntnis zum Standort Österreich und seiner industrielle Zukunft“, so Stocker.
Auch beim Thema grüner Wasserstoff arbeiten die Emirate und Österreich zusammen. In Bruck an der Leitha entsteht eine große Elektrolyseanlage. Gleichzeitig investiert die OMV in Wittau in Niederösterreich in die heimische Gasversorgung – dort wurde der größte Gasfund in Österreich seit mehr als 40 Jahren erschlossen.