Spektakulärer Zugriff des Finanzamts Österreich: Bei einer gezielten Aktion Mitte April wurden rund 960.000 Euro sichergestellt. Auslöser waren massive Bilanzfälschungen sowie behördliche Erkenntnisse über ein illegales Geldtransfer-Netzwerk und undokumentierten Goldhandel.
Ins Rollen kam der Fall durch eine Prüfung. Dabei stießen die Beamten auf eine stark manipulierte Buchhaltung. Wareneinkäufe und Verkäufe passten nicht zusammen, am Papier entstanden sogar negative Lagerbestände.
Zudem wurden im Unternehmen vorhandene Vermögenswerte systematisch falsch bewertet. Darüber hinaus wurden zahlreiche Privatausgaben, die illegalerweise von der Steuer abgesetzt werden sollten, konsequent gestrichen.
Im Zuge der weiteren behördlichen Erhebungen wurde der Fall noch brisanter und offenbarte eine weitaus größere kriminelle Dimension. Die Ermittlungen brachten ans Licht, dass das überprüfte Geschäftsumfeld als Fassade für illegale Finanzgeschäfte diente. So betrieben die Beschuldigten einen völlig undokumentierten Goldhandel an der Steuerbehörde vorbei und nutzten das informelle Hawala-System für unkontrollierte Geldtransfers.
„Die akribische Arbeit im Finanzamt Österreich hat dazu geführt, dass hier ein Betrugsnetzwerk aufgedeckt werden konnte.“Markus MarterbauerFinanzminister (SPÖ)
Die Beschuldigten versuchten zudem, Gold und Bargeld in den Räumen eines angrenzenden Elektrohandels zu verstecken. Dieses Vorgehen durchkreuzten die Einsatzkräfte und konnten bei dem koordinierten Zugriff im April 960.000 Euro Abgabenschuld vor Ort sichern.
"Die akribische Arbeit im Finanzamt Österreich hat dazu geführt, dass hier ein Betrugsnetzwerk aufgedeckt werden konnte", erklärt Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ).
"Neben dem Abgabenbetrug kommt es zu weitreichenden Ermittlungen wegen schweren Betrugs, Geldwäsche und möglicher Terrorfinanzierung", so Marterbauer weiter: "Betrugsbekämpfung ist eine Frage der Gerechtigkeit, daher gilt: Null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug", betont der Minister.