Ungerechtigkeit in Shops

Frauen zahlen für gleiche Produkte 60 Euro, Männer 44

Neue Auswertung zeigt: Frauen zahlen für Hygiene und Pflege im Schnitt deutlich mehr als Männer – bis zu 35 Prozent Unterschied.
Oberösterreich Heute
11.03.2026, 04:00
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Frauen zahlen für viele Alltagsprodukte deutlich mehr als Männer. Eine aktuelle Auswertung der Online-Shops der drei größten Drogeriemärkte in Österreich zeigt: Für eine typische Morgenhygiene geben Frauen im Schnitt 60,1 Euro aus. Männer zahlen für vergleichbare Produkte nur rund 44,4 Euro.

Damit liegt der Preisunterschied bei 35,4 Prozent. Die sogenannte Pink Tax – also höhere Preise für Produkte, die speziell für Frauen vermarktet werden – ist damit weiterhin Realität.

Anlässlich des kürzlich stattgefundenen Weltfrauentags (8. März) kritisieren die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Oberösterreichs Landesrat Stefan Kaineder diese Praxis deutlich. Gleiche Funktion, andere Farbe – und schon wird es teurer.

Burgenlands Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Oberösterreichs Landesrat Stefan Kaineder fordern ein Ende der Preisdiskriminierung von Frauen
Grüne

"Diese Praxis ist nicht nur ein Marketing-Thema, sondern auch strukturelle Benachteiligung. Frauen verdienen im Schnitt weniger und werden gleichzeitig systematisch stärker belastet. Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein Gleichstellungsproblem", betont LH-Stv. Haider Wallner.

Auch bei Tampons, Binden oder Kondomen gibt es Kritik. Seit Jänner 2026 sind diese Produkte in Österreich zwar von der Umsatzsteuer befreit. Eine Untersuchung der Arbeiterkammer zeigt jedoch: Nicht alle Händler geben diese Entlastung vollständig an die Kunden weiter.

Preimonitor beobachtete genau

Für den Preismonitor wurden 362 Produkte in zehn Online- und Filialgeschäften zwischen November 2025 und Jänner beziehungsweise Februar 2026 untersucht. Während viele Händler die Steuerersparnis weitergaben, blieb der Preisrutsch bei einzelnen Produkten aus.

In einer Drogeriekette etwa wurden bei mehreren Tampons, Binden, Slipeinlagen und Kondomen die Preise nicht entsprechend gesenkt. Teilweise lagen die Preise sogar höher, als sie nach dem Steuer-Aus sein dürften, so die Kritik der AK.

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