Im Kepler Universitätsklinikum Linz sorgt eine weitere Panne für Aufsehen. Eine 54-jährige Frau aus dem Mühlviertel erhielt Anfang Februar die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs – doch die Nachricht war falsch.
Die Frau hatte im Jänner einen kleinen Knoten in ihrer rechten Brust ertastet. Auch ihre Gynäkologin spürte eine reiskorngroße Verhärtung. Nach einem Ultraschall wurde die Oberösterreicherin zur weiteren Abklärung ins Brustkompetenzzentrum des Linzer Spitals geschickt.
Dort folgte am 4. Februar der Schock: Ein Oberarzt erklärte der Patientin laut "Krone", sie habe Krebs und müsse rasch behandelt werden. Als er ihr die Röntgenbilder zeigte, bemerkte die Frau jedoch Ungereimtheiten. Zuerst fiel ihr ein falsch geschriebener Vorname auf, kurz darauf auch ein falsches Geburtsdatum.
Damit war klar: Der Arzt hatte die falsche Akte geöffnet und zwei Patientinnen miteinander verwechselt. Eine gesunde Frau hätte somit beinahe eine Krebsbehandlung erhalten – während eine tatsächlich erkrankte Patientin womöglich weiter auf Therapie gewartet hätte.
Der Vorfall belastet die 54-Jährige bis heute schwer. Laut ihrem Ehemann bekommt sie Panik und Todesangst, wenn sie an den Moment der Diagnose zurückdenkt. Das Paar überlegt nun, Schadenersatz für die seelische Belastung zu verlangen.
Das Spital bedauert den Vorfall. Man sei sich bewusst, dass ein solcher Moment Betroffene stark verunsichern könne. Der Patientin wurde psychologische Unterstützung angeboten, außerdem stehe man jederzeit für persönliche Gespräche bereit.