Nur kurz zum Arzt – und schon war das Geldbörserl deutlich leichter: Ein Leondinger (63) stellte seine Vespa für wenige Minuten auf einem Privatparkplatz ab. Als er zurückkam, wartete bereits eine saftige Forderung.
Andreas R. (63) fuhr am Donnerstag, dem 16. Juli, zu einem Arzt an der Ruflinger Straße in Leonding (Bez. Linz-Land). Seine Vespa stellte er auf dem Parkplatz eines ehemaligen Supermarkts ab. Freie Stellplätze hätte es gegeben – doch genau die wollte er mit seinem kleinen Zweirad nicht blockieren.
Stattdessen parkte der Leondinger seine Vespa platzsparend neben den eingezeichneten Stellflächen. "Ich habe mir gedacht, dass so noch ein Auto Platz hat", erzählt er im Gespräch mit "Heute". Auch eine weiß schraffierte Sperrfläche ließ er bewusst frei: "Das ist für mich tabu."
Beim Arzt erfuhr Andreas dann, dass es länger dauern würde. Er entschied sich deshalb, wieder zu fahren. Doch als er nach gerade einmal acht Minuten zu seiner Vespa zurückkehrte, hing bereits ein gelber Zettel am Fahrzeug: 85 Euro sollte er bezahlen.
Der Vorwurf: Er habe sein Fahrzeug entgegen der Bodenmarkierung abgestellt und damit gegen die Nutzungsbedingungen des privaten Parkplatzes verstoßen. "Ich habe weder den Verkehr noch eine Feuerwehrausfahrt oder sonst jemanden behindert", ärgert sich der 63-Jährige. Für ihn ist die Forderung deshalb "eigentlich eine Frechheit".
Andreas wandte sich per E-Mail an die Betreiberfirma mit Sitz in Wien und erklärte, warum er seine Vespa dort abgestellt hatte. Die Antwort brachte jedoch keine Kulanz: Weil er außerhalb der markierten Flächen geparkt hatte, blieb die Strafe bestehen.
Mittlerweile hat der Leondinger die 85 Euro bezahlt. Ein Rechtsstreit sei ihm wegen des Aufwands und der möglichen Kosten zu mühsam gewesen. Öffentlich machen will er seinen Fall trotzdem: "Am Ende fällt der Nächste auch darauf rein."