Tierischer Ratgeber

Freier Fall! Diese Höhe ist am sichersten für Katzen

Ein Sprichwort sagt, dass Katzen immer auf den Pfoten landen, doch selbst wenn dies meistens der Fall ist, sind Verletzungen nicht selten.
Heute Tierisch
21.07.2026, 11:06
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Katzen landen dank ihres Aufrichtreflexes (oder Stellreflexes) oft auf den Pfoten – doch das schützt sie nicht vor Verletzungen. Besonders offene oder gekippte Fenster sowie ungesicherte Balkone stellen ein hohes Risiko dar und sind in Österreich nicht ohne Grund verboten.

Studien belegen jedoch, dass sich die Mieze oftmals schlimmer verletzt, wenn der Fall kürzer ausfällt, denn damit sich eine Katze im Fall richtig drehen kann, braucht sie eine gewisse Mindesthöhe. Bei kurzen Stürzen reicht die Zeit dafür oft nicht aus, wodurch Knochenbrüche oder innere Verletzungen drohen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Stellreflex – oder Aufrichtreflex genannt – ist ein angeborener Reflex, der es Katzen ermöglicht, sich während eines Sturzes in die richtige Position zu drehen und möglichst auf den Pfoten zu landen. Er gehört zu den faszinierendsten Anpassungen im Tierreich.

So funktionierts:

Der Reflex wird innerhalb von Sekundenbruchteilen ausgelöst und vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr (Vestibularapparat) gesteuert.

Entscheidend ist die außergewöhnlich bewegliche Wirbelsäule der Katze. Sie besitzt keine Schlüsselbeine wie der Mensch, wodurch sich Schultern und Vorderkörper besonders frei bewegen können. Zusammen mit der flexiblen Wirbelsäule kann sie Vorder- und Hinterkörper nahezu unabhängig voneinander drehen.

1. und 2. Stock besonders gefährlich

Als besonders kritisch gelten Stürze aus etwa zwei bis fünf Metern Höhe (1. bis 2. Stock). Zwar gelingt den Tieren meist die Drehung, die Aufprallenergie ist jedoch bereits hoch. Häufig sind Verletzungen an Kiefer, Beinen oder Becken. Ältere oder übergewichtige Katzen tragen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche.

7. Stock

Überraschend zeigen Studien, dass Katzen nach Stürzen aus mehr als sieben Stockwerken - also meist ab 18 Metern Höhe - teils bessere Überlebenschancen haben als nach Stürzen aus mittlerer Höhe. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass solche Unfälle harmlos sind – auch aus großer Höhe kann es zu schweren Verletzungen kommen.

Anzeichen nach einem Sturz sind:

- Humpeln oder Bewegungsvermeidung;

- Knochenbrüche;

- schnelle oder flache Atmung;

- Apathie oder Desorientierung;

- Verletzungen im Brustbereich;

- Blutungen, Schwellungen oder offene Wunden;

- innere Verletzungen;

Auch wenn Katzen nach einem Sturz oftmals unverletzt wirken, können innere Verletzungen oder Schocks vorliegen, die sich etwas verzögert bemerkbar machen. Ein Kontrolltermin beim Tierarzt sollte nach einem Fenster- oder Balkonsturz also unbedingt gemacht werden.

High Rise Syndrom

Besonders gefürchtet und häufig kommen Brustkorbverletzungen nach einem Fenster- oder Balkonsturz vor. Aber auch Lungenprellungen oder Rippenbrüche werden oft dokumentiert und Kiefer- und Beinfrakturen sind typisch. In schweren Fällen kann sogar das Zwerchfell reißen – dann rutschen Bauchorgane in den Brustkorb und erschweren die Atmung. Ein solcher Zwerchfellriss ist ein lebensbedrohlicher Notfall und muss rasch tierärztlich behandelt werden.

Fazit? Auch wenn die Überlebenschance der Katzen recht hoch scheint, sollte man keinesfalls das Risiko eines Sturzes eingehen und Balkone und Fenster einfach gut absichern.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 21.07.2026, 11:09, 21.07.2026, 11:06