Du hast dein Smartphone täglich in der Hand. Was viele nicht wissen: Genau dieses Gerät entscheidet stärker über deine Ausgaben, als du vielleicht denkst. Eine aktuelle Untersuchung von Fraunhofer Austria im Auftrag von refurbed zeigt nun, wie groß das Sparpotenzial tatsächlich ist – und es fällt deutlich höher aus, als viele erwarten würden. Im Mittelpunkt der Analyse steht ein durchschnittliches Smartphone mit einem Neupreis von 575 Euro.
Die Forscher haben berechnet, wie sich unterschiedliche Nutzungsarten auf die Gesamtkosten auswirken. Dabei geht es nicht nur um den Kaufpreis, sondern auch um indirekte Kosten wie Umweltbelastung. Das Ergebnis ist klar: Nicht das Gerät selbst ist der größte Kostenfaktor, sondern wie lange und wie bewusst du es nutzt. Wer sein Smartphone länger verwendet und danach weitergibt, fährt am günstigsten.
Im ersten Modell wird ein Gerät rund drei Jahre genutzt, danach über ein Trade-in-Programm weitergegeben, erneut verwendet und erst nach insgesamt sechs Jahren recycelt. Die Gesamtkosten belaufen sich in diesem Fall auf 959 Euro. Pro Jahr sind das etwa 160 Euro.
Ganz anders sieht es beim typischen Nutzungsverhalten aus, wie es in Europa verbreitet ist. Hier wird das Smartphone ebenfalls etwa drei Jahre verwendet, danach aber oft einfach in einer Lade vergessen und später entsorgt. In diesem Szenario steigen die Gesamtkosten auf 1.294 Euro. Das entspricht rund 215 Euro pro Jahr. Allein dieser Unterschied zeigt: Schon kleine Veränderungen im Umgang können die Ausgaben deutlich senken.
Noch drastischer wird es, wenn Geräte regelmäßig ersetzt werden. Wer jedes Jahr ein neues Smartphone kauft und alte Geräte nicht weiterverwendet, landet laut Berechnung bei Gesamtkosten von 3.834 Euro in sechs Jahren. Das sind 639 Euro pro Jahr. Damit ist dieses Verhalten viermal so teuer wie die nachhaltigere Nutzung und dreimal so teuer wie der Durchschnitt.
Die Studie zeigt auch, dass sich durch bewusstes Verhalten rund 25 Prozent der Smartphone-Kosten einsparen lassen. Insgesamt liegt das mögliche Sparpotenzial sogar zwischen 25 und 76 Prozent. In konkreten Zahlen bedeutet das: Pro Gerät können innerhalb von sechs Jahren mindestens 274 Euro und im besten Fall bis zu 2.574 Euro gespart werden.
Studienautor Paul Rudorf von Fraunhofer Austria erklärt, dass es ihnen wichtig gewesen sei, nicht einzelne Nutzergruppen zu bewerten, sondern den Fokus auf das Produkt selbst zu legen. Wörtlich sagt er: "Was allerdings nach der Produktion mit diesem Gerät passiert, macht den entscheidenden Unterschied." Seine Analyse zeigt, dass vor allem die Nutzungsdauer und die Entsorgung maßgeblich sind.
Auch wirtschaftlich hat das Thema Gewicht. Laut Auftraggeber Peter Windischhofer, Co-Gründer von refurbed, wird der Umgang mit Ressourcen zunehmend zu einem Kostenfaktor – nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für Unternehmen. Er betont, dass gerade bei Firmen oft noch Modelle vorherrschen, die dem teuersten Szenario nahekommen.
Für dich bedeutet das: Du hast es selbst in der Hand, wie viel dich dein Smartphone wirklich kostet. Es geht nicht darum, komplett auf Neues zu verzichten. Entscheidend ist, wie lange du dein Gerät nutzt und was danach damit passiert. Schon kleine Änderungen können am Ende mehrere hundert Euro Unterschied machen.