GECKO-Experte in "ZiB2" für weitere Maßnahmen

Andreas Bergthaler, GECKO-Experte und Professor für Molekulare Immunologie an der MedUni Wien.
Andreas Bergthaler, GECKO-Experte und Professor für Molekulare Immunologie an der MedUni Wien.ORF2
MedUni Wien Professor Bergthaler warnt: Omikron ist nicht so harmlos, wie wir denken. Es braucht weitere Maßnahmen.

Vor uns baut sich eine regelrechte Omikron-Wand auf. Unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen schnellte die Zahl der Neuinfektionen stetig nach oben, Skiurlaube und Silvester taten ihr Übriges. So ist die Inzidenz in Salzburg mittlerweile wieder bei 1.300 angelangt, der Österreichschnitt hat am Sonntag die 600 überschritten

Ausgerechnet jetzt geht es für die Kinder und Jugendlichen wieder zurück in die Schule. Man fürchtet eine regelrechte Durchseuchung der Bevölkerung, wodurch die kritische Infrastruktur an ihre Grenzen geraten könnte. Wie geht es jetzt weiter, wo stehen wir, in dieser Omirkon-Welle?

Dazu war bei Margit Laufer in der "ZiB2 am Sonntag" Andreas Bergthaler, Mitglied von GECKO und Professor für Molekulare Immunologie an der MedUni Wien, zu Gast.

Natürliche Impfung?

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es aktuell zwei Sichtweisen. Einerseits könne man Omikron als "natürliche Impfung" zur Durchseuchung nutzen. Laut Bergthaler gibt es aber auch sehr viele Anhaltspunkte, dass Omikron eben nicht so mild ist, wie wir denken. Das betreffe auch vermehrt Kinder sowie offene Fragen zu Long Covid. Konsens sei jedenfalls, dass die Schulen trotzdem so lang wie möglich offen bleiben müssen.

"Wir haben sehr viele Anhaltspunkte, dass Omikron doch nicht so mild ist, wie wir uns das gerne wünschen."

Man habe aktuell nach wie vor das Problem, dass es außerhalb von Wien nur mangelhafte PCR-Testkapazitäten gibt. Früher oder später wird man sich überlegen müssen, ob die Gültigkeitsdauer von 48 Stunden sinnvoll ist, weil sich das Virus auch schon nach kürzerer Dauer verbreiten kann.

Erstaunlich guter Impf-Schutz

Es brauche nun einen "pragmatischen Maßnahmenstrauß" gegen Omikron. Obwohl es eine Flucht-Mutante ist, sind Geboosterte "erstaunlich gut" dagegen geschützt – zu 70 bis 88 Prozent gegen eine Hospitalisierung, präzisiert der Molekularbiologe.

"Wir werden diese Welle nicht verhindern können."

Grund zur Entspannung sei das aber nicht. Aus seiner persönlichen Sicht – er spreche hier nicht für GECKO – "Denke ich Ja, dass es weitere Maßnahmen braucht". Nicht in Form eines Lockdowns, sondern vor allem dort, wo vulnerable Personen betroffen sind, um diese Welle abzuflachen.

Deltakron

Beim Thema Impfung habe man sich in letzter Zeit angesichts der Impfpflicht etwas zurückgelehnt. Das müsse sich jetzt ändern. Am dringendsten wünscht sich Bergthaler klare, einfache Informationen an die Bevölkerung.

Die in Zypern erstmals aufgetauchte Mischung aus Delta und Omikron – Deltakron – sei am Ende des Tages wohl ein Artefakt. Soll heißen: Führende Wissenschaftler und die WHO gehen davon aus, dass es sich nicht um eine neue Supervariante handelt.

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