Die Zahl gibt zu denken: Jedes Jahr müssen in Österreich rund 2.000 Kinder (unter vier Jahren) nach Stürzen über Stiegen behandelt werden. Im Schnitt sind das also pro Tag rund fünf Unfälle mit schweren Folgen.
Die OÖ-Arbeiterkammer nimmt das zum Anlass, von einer aktuellen Untersuchung aus dem Testmagazin "Konsument" zu berichten: Die Experten haben insgesamt 22 Schutzgitter unter die Lupe genommen. Die Parameter: Sicherheit, Handhabung und Montage – sowohl in der Praxis als auch im Labor.
Schutz bis zum zweiten Lebensjahr
Treppenschutzgitter verhindern gefährliche Stürze bei Kindern ab dem Krabbelalter bis etwa zum zweiten Lebensjahr.
Wichtig sind: eine Mindesthöhe von 65 Zentimetern, eine stabile Befestigung (besonders am oberen Treppenende) und enge Abstände zwischen den Gitterstäben (maximal sechseinhalb Zentimeter).
Zwei Testsieger beweisen, so die AK, dass hohe Qualität nicht teuer sein muss: Die Modelle "Hauck Stop N Safe 2" und "Safety 1st Wall Fix Extending Metal" sind die einzigen, die im Bereich Sicherheit mit "Sehr gut" abschneiden. Beide kosten 40 Euro. Wie zwölf andere Produkte schaffen sie in der Gesamtbewertung ein "Gut".
Fünf Gitter hingegen erhielten ein "Nicht zufriedenstellend". Darunter befanden sich die Safety-1st-Modelle "Flat Step" und "Easy Close Metal", die bei der Schlagprüfung ihre Befestigung lösten. Damit waren sie nicht mehr ausreichend fixiert. Die Produkte von Reer, Noma und Geuther fielen aufgrund eines zu großen Abstands der Stäbe und mangelnder Stabilität durch.
Die Konsumentenschützer empfehlen, vor dem Kauf die Örtlichkeit genau auszumessen. Man sollte dann ein Treppenschutzgitter wählen, das möglichst ohne zusätzliche Verlängerungen passt. Und: auf einfache Bedienbarkeit achten, damit das Produkt konsequent genutzt wird.
Scharfe Kanten oder Vorsprünge sind nicht zu akzeptieren. Gitter müssen mit Originalteilen montiert und regelmäßig auf Schäden geprüft werden. Und: Die Vorrichtung ersetzt keine Aufsichtsperson. Kinder dürfen niemals unbeobachtet bleiben.