Waffengeschäft geplündert

GenZ-Krawalle: Böller fliegen auf Polizisten, Verletzte

Böller gegen Polizisten, brennende Barrikaden und Festnahmen! Nach den Gen-Z-Protesten kommt es in mehreren deutschen Städten zu schweren Krawallen.
31.10.2026, 21:53
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Böller fliegen auf Polizisten, Barrikaden brennen, Wasserwerfer rollen an! Am Samstagabend (31. Oktober) ist die Lage nach den bundesweiten "GenZ regelt"-Protesten in mehreren deutschen Städten eskaliert. Besonders am Kölner Dom kam es zu heftigen Ausschreitungen. Auch aus Frankfurt, Stuttgart und Hamburg wurden gewaltsame Zwischenfälle gemeldet.

Dabei hatte der Protesttag zunächst vielerorts friedlich begonnen. Zehntausende Menschen waren in mehr als 30 Städten für bessere Bildung, mehr Klimaschutz und bezahlbare Lebenshaltungskosten auf die Straße gegangen. Erst im Laufe des Nachmittags und Abends spitzte sich die Situation an mehreren Orten zu.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Böller-Angriffe am Kölner Dom

Besonders angespannt war die Lage in Köln. Bereits am Nachmittag hatte die Polizei einen geplanten Demonstrationszug wegen Vermummungen und des Einsatzes von Pyrotechnik untersagt.

Nach dem Ende der eigentlichen Kundgebung kam es zu Angriffen auf Einsatzkräfte. Polizisten wurden mit Böllern und anderen Gegenständen beworfen, woraufhin die Polizei Wasserwerfer einsetzte.

Am Abend verlagerte sich das Geschehen in die Umgebung des Kölner Doms. Laut einem Bericht der "Bild" flogen dort erneut Böller und Flaschen in Richtung der Beamten. In Seitenstraßen errichteten Randalierer Barrikaden aus E-Scootern und warfen Fahrräder auf die Fahrbahn.

Fünf Festnahmen auf Domplatte

Gegen 20.50 Uhr meldete die "Bild" fünf Festnahmen auf der Kölner Domplatte. Behelmte Polizisten standen einer Gruppe von Personen gegenüber, während wiederholt Böller gezündet und in Richtung der Einsatzkräfte geworfen wurden. Die Domplatte wurde daraufhin geräumt.

Schon zuvor hatte die Kölner Polizei erklärt, dass sich die Maßnahmen gegen gewalttätige Personen richteten und nicht gegen friedliche Demonstranten. Nach Polizeiangaben war bereits am frühen Abend mindestens ein Beamter verletzt worden.

Frankfurt: Bericht über geplünderten Waffenladen

Auch in Frankfurt am Main eskalierte die Lage am Abend. Nach zunächst friedlichen Stunden wurde der Demonstrationszug wegen gezündeter Pyrotechnik mehrfach gestoppt und schließlich von der Polizei aufgelöst.

Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Mehrere Polizisten wurden nach Angaben des hessischen Innenministers Roman Poseck verletzt. Besonders brisant sind Berichte über Plünderungen in der Innenstadt. Laut "Bild" wurden Schaufenster eingeschlagen und ein Waffengeschäft geplündert.

Ein Reuters-Fotograf soll beobachtet haben, wie Randalierer mindestens eine Waffe aus dem Geschäft entwendeten. Ob es sich dabei um eine scharfe Schusswaffe handelte, ist bislang unklar. Eine unabhängige polizeiliche Bestätigung dieser Einzelheiten lag zunächst nicht vor. Die "Bild" berichtete zudem von mehreren Dutzend Festnahmen.

Polizisten auch in Stuttgart verletzt

In Stuttgart wurden nach Polizeiangaben zwei Beamte durch geworfene Gegenstände verletzt. Teilnehmer sollen Flaschen und Pyrotechnik auf Einsatzkräfte geschleudert haben. Eine Polizeisprecherin sprach von zahlreichen Straftaten. Mehrere Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen.

Auch in Karlsruhe wurde ein Polizist verletzt. Er erlitt nach Polizeiangaben ein Knalltrauma, nachdem bei einer Demonstration Pyrotechnik gezündet worden war. In Hamburg wurden zudem Baustellenabsperrungen herausgerissen und teilweise in Brand gesetzt.

Geschäfte hatten sich verbarrikadiert

Schon vor dem Protesttag hatte es Sorgen vor Ausschreitungen und möglichen Plünderungen gegeben. Zahlreiche Geschäftsinhaber ließen ihre Schaufenster vorsorglich mit Holzplatten sichern.

Besonders auffällig waren die Schutzmaßnahmen in Einkaufsstraßen und vor Luxusgeschäften. In Berlin, Frankfurt und anderen Städten wurden Glasfronten mit OSB- und Sperrholzplatten verbarrikadiert.

Hintergrund waren unter anderem die Erfahrungen aus Frankreich, wo es bei vergleichbaren Protesten zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen war.

Veranstalter lehnen Gewalt ausdrücklich ab

Die Initiative "Gen Z regelt" hatte im Vorfeld wiederholt betont, dass ihre Proteste friedlich sein sollen. Auf ihrer Internetseite heißt es ausdrücklich: "Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme."

Die Organisatoren distanzieren sich von Gewalt, Extremismus, Rassismus und Hetze. Sie fordern unter anderem mehr Geld für Bildung, soziale Gerechtigkeit, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und stärkeren Klimaschutz.

Wichtig ist die Unterscheidung: Nach bisherigen Berichten verliefen die meisten Demonstrationen friedlich. Die schweren Ausschreitungen konzentrierten sich auf einzelne Städte und Gruppen. Ob und in welchem Umfang die mutmaßlichen Gewalttäter den offiziellen Protestveranstaltungen zuzurechnen sind, ist nicht in allen Fällen geklärt.

Für die Polizei dürfte die Halloween-Nacht nach den Vorfällen dennoch noch lange nicht vorbei sein.

red, 31.10.2026, 21:53