Für die Ing. H. Gradwohl Gesellschaft m.b.H. gibt es neue Hoffnung. Das Melker Unternehmen war bisher vor allem in der Produktion von Kunststoff-Tiefzieh- und Spritzgussteilen sowie im Druckbereich tätig. Bei der entscheidenden Sanierungsplantagsatzung am Landesgericht St. Pölten stimmte die Mehrheit der Gläubiger dem vorgelegten Sanierungsplan zu.
Insgesamt hatten 338 Gläubiger Forderungen von rund 10,16 Millionen Euro angemeldet. Der angenommene Plan sieht vor, dass sie insgesamt 21 Prozent ihrer Forderungen erhalten. Vier Prozent sollen rasch ausbezahlt werden. Die restlichen 17 Prozent sollen innerhalb von zwei Jahren in vier Raten zu jeweils 4,25 Prozent an die Gläubiger fließen. Das Gericht bestätigte den angenommenen Sanierungsplan.
Die Finanzierung der noch offenen Quoten soll aus dem laufenden Betrieb kommen. Restrukturierungsmaßnahmen wurden bereits während des Insolvenzverfahrens gestartet. "Mit der Annahme des Sanierungsplans ist dem Unternehmen der erste Schritt zu einer hoffentlich erfolgreichen Sanierung gelungen", erklärt Jürgen Gebauer vom Kreditschutzverband 1870. Nun soll sich zeigen, ob die Sanierung im zweiten Anlauf nachhaltig gelingt.
Auch beim Geschäft selbst wird umgebaut. Künftig will sich Gradwohl vor allem auf die Produktion von Kunststoff-Tiefzieh- und Spritzgussteilen konzentrieren. Der bisherige Geschäftsbereich Druck wurde eingestellt.
Für Gradwohl ist die Pleite damit noch nicht ausgestanden. Mit der Zustimmung der Gläubiger wurde aber eine entscheidende Hürde genommen.