"Yellow September"

St. Pölten setzt jetzt Zeichen für Suizidprävention

Mit gelb beleuchteten Gebäuden setzt Niederösterreich ein Zeichen gegen Suizid. Betroffene sollen wissen: Hilfe ist jederzeit erreichbar.
Victoria Carina  Frühwirth
29.09.2026, 05:35
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Hinschauen, zuhören und Hilfe anbieten: Niederösterreich setzt im Rahmen des "Yellow September" ein sichtbares Zeichen für psychische Gesundheit und Suizidprävention. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag im Klangturm in St. Pölten machten die Landesräte Martin Antauer (FPÖ), Anton Kasser (ÖVP) und Susanne Rosenkranz (FPÖ) auf das Thema aufmerksam.

"Psychische Krisen dürfen kein Tabuthema sein"

Unter dem Motto "Gemeinsam geht mehr!" werden der Klangturm, drei Garagenabgänge am Landhaus-Boulevard sowie die Türme beim Hubschrauberlandeplatz des Uniklinikums Tulln gelb beleuchtet.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Psychische Krisen dürfen kein Tabuthema sein. Wir müssen hinschauen, nachfragen und zuhören. Niemand soll mit seinen Sorgen allein bleiben", betont Antauer. Entscheidend sei, dass Betroffene wissen, wo sie Unterstützung bekommen.

Rund 30 Fachleute im Netzwerk

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Ende April gegründete Suizidpräventionsnetzwerk SUPRA NÖ. Rund 30 Fachleute arbeiten dort daran, bestehende Hilfsangebote besser miteinander zu vernetzen und die Prävention zu stärken.

Suizidgedanken? Hol dir Hilfe, es gibt sie.

In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen – außer Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wenn du unter Selbstmord-Gedanken oder Depressionen leidest, dann kontaktiere bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 – täglich 0-24 Uhr!

Auch Einsamkeit müsse stärker thematisiert werden. "Einsamkeit und psychische Erkrankungen können jede und jeden treffen – unabhängig vom Alter", sagt Kasser. Prävention beginne nicht erst in einer Klinik, sondern bereits im persönlichen Umfeld und in den Gemeinden.

Zukunftsängste bei Jugendlichen

Besonders im Fokus stehen auch junge Menschen. Ängste und Überforderung können ihren Alltag massiv belasten. "Junge Menschen brauchen Halt und eine Perspektive für ihre Zukunft", erklärt Rosenkranz. Die Zusammenarbeit der Jugendbildungszentren mit den Psychosozialen Zentren soll Jugendlichen dabei helfen, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen.

Wer selbst in einer Krise steckt oder sich Sorgen um einen anderen Menschen macht, kann sich in Niederösterreich an mehrere Stellen wenden:

  • Telefonseelsorge: 142, rund um die Uhr
  • Rat auf Draht: 147, rund um die Uhr für Kinder und Jugendliche
  • AKUTteam NÖ: über den Notruf 144
  • Psychosozialer Dienst: Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter 0676 838 447 575 für Wald- und Mostviertel sowie 02266 661 85 55 für Wein- und Industrieviertel
  • Bei unmittelbarer Gefahr: Rettungsnotruf 144

Die gelben Lichter sollen nicht nur Aufmerksamkeit schaffen. Die zentrale Botschaft dahinter: Wer in einer Krise steckt, muss damit nicht allein bleiben.

VF,29.09.2026, 05:35