Ein Tag, an dem alle Niederösterreicher gratis mit Bus und Bahn unterwegs sein können: Mit dieser Forderung ließ zuletzt die SPÖ im niederösterreichischen Landtag aufhorchen.
ie Partei wollte einen jährlichen Gratis-Öffi-Tag einführen, um mehr Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Doch daraus wird vorerst nichts. Der entsprechende Antrag wurde von ÖVP, FPÖ und Neos abgelehnt.
"Wer mehr Menschen für Bus und Bahn begeistern will, muss ihnen auch die Möglichkeit geben, den Öffentlichen Verkehr unkompliziert und kostenlos auszuprobieren", erklärt SPÖ-Umweltsprecherin Kerstin Suchan-Mayr.
Gerade in einem Flächenbundesland wie Niederösterreich brauche es zusätzliche Anreize, damit mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen. Ein kostenloser Aktionstag könnte laut SPÖ Hemmschwellen abbauen und neue Fahrgäste gewinnen.
Als Beispiel nennt Suchan-Mayr das benachbarte Oberösterreich. Dort wurden unter der schwarz-blauen Landesregierung heuer an vier Tagen kostenlose Öffi-Tickets für Familien angeboten. "Wenn das in Oberösterreich funktioniert, warum sollte es dann nicht auch bei uns möglich sein?", fragt die SPÖ-Politikerin.
Zumal Niederösterreich durch das neue Mobilitätsgesetz zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten habe. Auch der Gesellschafterzuschuss an die NÖVOG soll ab 2027 deutlich steigen.
Die SPÖ wollte zunächst ein Pilotprojekt ausarbeiten lassen und prüfen, wie sich ein landesweiter Gratis-Öffi-Tag konkret umsetzen ließe. Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ) sollte dazu gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen ein Konzept erarbeiten. Suchan-Mayr richtete dabei auch eine politische Spitze an die Landesregierung: Die Umsetzung müsse möglich sein, "vorausgesetzt, man verweigert sich nicht einer guten Idee, nur weil sie von der SPÖ kommt".
Doch im Landtag fand der Vorstoß keine Mehrheit. ÖVP, FPÖ und Neos lehnten den Antrag ab. Damit bleibt es in Niederösterreich vorerst bei den bestehenden Ticketregelungen. Ein landesweiter Gratis-Öffi-Tag ist derzeit nicht beschlossen.