Explosiver Ticket-Entwurf

Öffi-Jahreskarte um fast 500 €, Schwarzfahren billiger

Die Wiener Linien arbeiten an den neuen Tarifen für 2027 – nun liegt ein Entwurf vor, der eine massive Preissteigerung für die Tickets enthüllt.
20.10.2026, 18:48
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Die nächste Teuerung bei den Wiener Öffis nimmt konkrete Formen an. Laut einem Tarifentwurf soll die Jahreskarte ab 1. Jänner 2027 rund 483 Euro kosten. Besonders stark fällt das geplante Plus beim Mobilpass-Ticket aus. Die Arbeiterkammer fordert soziale Nachbesserungen. Die geplante Preisanpassung beträgt im Schnitt 3,45 Prozent.

Grundlage ist ein Tarifentwurf, den die zuständige Magistratsabteilung 65 der Arbeiterkammer Wien zur Stellungnahme vorgelegt hat und der dem "Standard" vorliegt. Die Jahreskarte kostet derzeit regulär 467 Euro, die digitale Variante 461 Euro. Laut dem Entwurf soll der Preis künftig bei 483,10 Euro liegen. Die endgültigen Tarife sind allerdings noch nicht offiziell beschlossen.

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Ebenfalls bitter: Während die physische Jahreskarte von derzeit 467 Euro auf 483,10 Euro steigen soll – ein Plus von 3,45 Prozent –, soll die digitale Jahreskarte gleich um "bis zu 5,6 Prozent" steigen, also de facto gleich viel kosten wie die physische Karte. Offen ist außerdem, ob es bei monatlicher Zahlweise der Jahreskarte noch teurer wird.

Mobilpass-Ticket extrem teuer, Strafe teils niedriger

Noch heftiger soll die Erhöhung laut Entwurf beim Mobilpass-Ticket ausfallen. Hier berichtet der "Standard" von plus 18 Prozent! Bitter für Mobilpass-Berechtigte, denn diesen können Personen mit niedrigem Einkommen beantragen. Statt 21,90 Euro für das 31-Tage-Ticket wären künftig 25,90 Euro fällig.

Auch ermäßigte Einzelfahrscheine sollen teurer werden – von 1,50 Euro digital und 1,60 Euro physisch um jeweils 6,1 Prozent. Kurios: Schwarzfahren soll laut dem Entwurf zumindest teilweise billiger werden! Bei sofortiger Zahlung der Strafe soll diese zwar von 135 auf 140 Euro steigen, bei Zahlung mit Zahlschein aber von 145 Euro auf ebenfalls 140 Euro sinken.

Die Arbeiterkammer reagierte laut Bericht mit Kritik einerseits an der starken Erhöhung der Tickets für einkommensschwache Menschen, andererseits an der Höhe der Strafen.

Die Wiener Linien verweisen laut "Standard" indes auf die bereits angekündigte jährliche Anpassung ihrer Tarife an den Verbraucherpreisindex. Auch ÖBB und Verkehrsverbund Ost-Region passen ihre Preise regelmäßig an. Die endgültigen Preise für 2027 sollen in Kürze präsentiert werden.

red, Akt. 20.10.2026, 18:53, 20.10.2026, 18:48
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