Der Wahlsonntag in Graz brachte bei hohen Temperaturen und einer geringen Wahlbeteiligung einen klaren Sieger. Am Ende durfte sich die KPÖ von Bürgermeisterin Elke Kahr über die Verteidigung des Spitzenplatzes freuen.
Man konnte sich um sieben Prozent steigern und ging klar als Erster über die Ziellinie. Kahr zeigte sich für das "überwältigende Ergebnis" dankbar. Bis auf ihre Partei und die FPÖ mussten alle anderen großen Fraktionen ein Minus hinnehmen.
Besonders geknickt dürfte jedoch eine kleine Partei sein. Die Bürgerliste "Korruptionsfreies Graz" (KFG) – eine Abspaltung der Freiheitlichen nach dem Finanzskandal – gab nur eine Stunde nach der ersten Hochrechnung bekannt, dass man sich auflösen werde. Dies berichtete die "Krone" unter Berufung auf Stadträtin Claudia Schönbacher und Gemeinderat Michael Winter.
Details zur Auflösung werde man nach der Vorstandssitzung kommende Woche bekannt geben. Gegenüber dem "ORF Steiermark" betonte Schönbacher, dass es "wenig Sinn" mache mit der Bürgerliste weiterzumachen. Dennoch habe man es geschafft, mit einem Budget von 22.000 Euro "Menschen zu mobilisieren".
Gegenüber der "Kleinen Zeitung" sagte Schönbacher, dass man das Ergebnis akzeptiere. In der Zukunft wolle sie ihren Friseursalon, den sie jahrelang geführt hatte, wieder aufsperren, eine Rückkehr in die Spitzenpolitik könne sie sich nicht vorstellen.
Auch bei der SPÖ ist die Stimmung getrübt. Die Sozialdemokraten erlebten einen schwarzen Wahltag und kamen am Ende nicht einmal auf sechs Prozent. Landtags-Klubobmann Hannes Schwarz fordere "einen Neustart der SPÖ Graz", hieß es in dem "Krone"-Bericht.
Auch die rote Spitzenkandidatin Doris Kampus zeigte sich geknickt. Wie "ORF Steiermark" berichtet, kündigte sie interne Gespräche an. Kampus "übernehme die Verantwortung für alles was passiert".