Am Sonntag konnten 225.883 Personen in Graz an die Wahlurnen schreiten. Am Ende konnte die KPÖ mit Bürgermeisterin Elke Kahr den ersten Platz klar verteidigen und der Favoritenrolle, damit mehr als nur gerecht werden.
Laut einer ersten Hochrechnung dürften sich die Kommunisten im Vergleich zur Wahl 2021 um rund sieben Prozent verbessern. Dahinter landeten ÖVP und Grüne – beide mussten jedoch Verluste hinnehmen. Die FPÖ konnte sich leicht steigern und landete auf dem vierten Platz. Ein schwarzer Tag war es für die SPÖ. Die Sozialdemokraten dürften ein Drittel ihrer Stimmen eingebüßt haben. Auch die NEOS verloren leicht und landeten noch hinter der SPÖ.
Das nunmehrige Ergebnis ist für Kahr "überwältigend". Vor Journalisten bedankte sie sich bei den Menschen für deren Vertrauen. Auch an ihr Team richtete Kahr Dankesworte und versicherte, dass man das Beste gegeben hätte.
Gerechnet habe sie mit diesem überzeugenden Sieg allerdings nicht, zeigte sich die Bürgermeisterin bescheiden. Ziel sei es gewesen, das Ergebnis von 2021 zu halten, erklärte die KPÖ-Politikerin.
Ihren Erfolg erklärte sich Kahr durch die fünf Jahre Arbeit ihrer Partei an der Stadtspitze. Man sei für alle Grazer da und thematisch breit aufgestellt. Des Weiteren nehme man jedes Anliegen oder Problem der Menschen ernst und stehe an der Seite der Menschen. Diese Arbeit dürfte sich ausgezahlt haben, meinte die Bürgermeisterin.
Auf die Koalitionsfrage – die alte Stadtregierung aus KPÖ, Grüne und SPÖ würde sich derzeit erneut ausgehen – wollte sich Kahr noch nicht äußern. Sie wolle sich zunächst alle Sprengelergebnisse anschauen und abwarten.
Die Bürgermeisterin danke allen Menschen, die zur Wahl gegangen sind – unabhängig von ihrer Entscheidung. Es sei wichtig, sich an dem demokratischen Prozess zu beteiligen. Für Kahr sei die niedrige Wahlbeteiligung der einzige Wermutstropfen. Diese lag laut aktuellen Zahlen bei nur knapp über 50 Prozent.