Österreich trauert um eine prägende Figur der Außenpolitik. Franz Ceska zählte über Jahrzehnte zu den einflussreichsten Diplomaten des Landes. Die Industriellenvereinigung würdigte ihn in einer Aussendung als "herausragenden Diplomaten" und als "Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Politik und internationaler Diplomatie".
Geboren wurde Ceska am 31. Jänner 1936 in Wien. Er besuchte das Schottengymnasium und promovierte 1958 zum Doktor der Rechte. Nach einem Postgraduate-Studium am Europa-Kolleg in Brügge trat er im Dezember 1959 in das Außenamt ein.
Seine diplomatische Laufbahn führte ihn unter anderem nach Paris, New York und Westberlin. Er war Leiter der Abteilung für Sicherheitspolitik und Abrüstung im Außenministerium, Delegationschef beim Madrider KSZE-Folgetreffen sowie Botschafter in Belgien. Von 1988 bis 1991 war Ceska Ständiger Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen in Genf sowie bei EFTA und GATT.
1992 folgte ein viel beachteter Seitenwechsel: Ceska übernahm die Funktion des Generalsekretärs der Industriellenvereinigung. In seine Amtszeit fiel die entscheidende Phase der EU-Beitrittsverhandlungen Österreichs. Die Industrie setzte dabei gezielt auf sein internationales Netzwerk und seine Erfahrung aus der Diplomatie. Bis 1997 leitete Ceska die IV, danach kehrte er noch einmal in den diplomatischen Dienst zurück und wurde Botschafter in Frankreich.