Nicht wundern: In Wien und Niederösterreich sind ab den Sommerferien völlig neue Züge unterwegs. Optisch ähneln sie den "Wiesel"-Garnituren, die in den letzten Jahren ein Upgrade erhalten haben, doch das Innere hat es in sich. Am Mittwoch wurde am Wiener Hauptbahnhof feierlich der neue Cityjet Doppelstock eingeweiht – und "Heute" war freilich bei der ersten Premierenfahrt mit an Bord.
Es ist das neue "Flaggschiff" und der modernste Nahverkehrszug Österreichs. Insgesamt wurden 109 KISS-Garnituren bei Stadler bestellt, 45 werden noch heuer ausgeliefert. Ab Ende Juni sind sie auf der Strecke Wien-Floridsdorf nach Payerbach-Reichenau unterwegs, ab Anfang Juli dann wegen der Stammstrecken-Sanierung aber nur mehr bis Wien-Hauptbahnhof. Später sollen sie auch bis Znojmo und Břeclav auf der Nordbahn fahren.
Neben "mehr Power", um allfällige Verspätungen wieder aufholen zu können, wurde bei der Präsentation vor allem die größere Kapazität hervorgehoben. "Die neuen Cityjet Doppelstockzüge bieten nicht nur deutlich mehr Platz, sondern auch mehr Komfort dank großzügiger Mehrzweckbereiche für Fahrräder und Kinderwägen sowie barrierefreie Aus- und Einstiegsbereiche", sagte ÖBB CEO Andreas Matthä.
Insgesamt investieren die Bundesbahnen in den nächsten Jahren 6,1 Milliarden Euro in die Anschaffung von mehr als 300 Zügen, "damit wir den Menschen in Österreich hochmodernen und komfortablen Bahnverkehr ermöglichen", freute sich Mobilitätsminister Peter Hanke.
NÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer sprach von einem "guten Tag für Pendler" , insbesondere wegen der größeren Zahl an Sitzplätzen. "Das heißt konkret: weniger Gedränge, weniger Stress, mehr Lebensqualität am Weg zur Arbeit. Gerade auf stark belasteten Strecken wie der Südbahn, der Nordwestbahn und der Nordbahn ist das ein echter Unterschied, den die Menschen jeden Tag spüren werden."
Der neue "Dosto" ist hell, geräumig und ausgesprochen ruhig. Die Einstiege sind deutlich breiter, was einen schnelleren Fahrgastwechsel ermöglicht. Unten gibt es ein gewohntes 2er- und 4er-Sitzlayout sowie weitere Plätze im Zwischengeschoss. Oben findet man deutlich mehr Doppelsitze und KISS-typische Quersitzlounges.
Die Plätze selbst sind ausgesprochen gemütlich und fast bequemer als die neue Railjet-Generation im Fernverkehr. Die tiefen Kopfstützen versprechen beste Eignung zum Dösen beim frühmorgendlichen Pendeln. Zum Arbeiten gibt es dicke, stabile Klapptische, zusätzlich eine Handy-/Tablet-Halterung und ausziehbare Kleiderhaken. Auch größere Menschen finden gut Platz und können die Beine ausstrecken, Fußstützen bieten zusätzlichen Komfort.
Zwischen den Plätzen gibt es eine Steckdose, diese hat zusätzlich einen USB-A- und einen USB-C-Anschluss. Im Untergeschoss finden sich weiters großzügige Flächen für Kinderwägen, ausklappbare Sitze sowie Plätze für Rollstuhlfahrer inklusive Einzelsitze für Begleitpersonen. 36 bzw. 60 Fahrräder können mitgenommen werden.
Der Dosto wird in zwei "Größen" ausgeliefert: Von den 109 neuen Cityjet Doppelstockzügen sind 20 sechsteilige und 89 vierteilige Garnituren. Der Sechsteilige misst 160 m, hat 591 Plätze und vier WCs; der Vierteilige misst 105 m, hat 371 Plätze und zwei WCs.