Wer beim Autofahren aufs Handy schaut, soll künftig auch in Österreich automatisch erwischt werden können, berichtet der ORF. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert den Einsatz sogenannter Handy-Blitzer. In Vorarlberg wurden im Vorjahr mehr als 4.300 Lenker mit dem Smartphone am Steuer erwischt, österreichweit waren es über 112.000.
In Deutschland sollen Handy-Blitzer künftig bundesweit eingesetzt werden können. Das Verkehrsministerium will dafür die rechtlichen Voraussetzungen schaffen. In Rheinland-Pfalz sind die speziellen Kameras bereits seit April 2025 im Einsatz. Der VCÖ fordert nun ein ähnliches System für Österreich.
Die Kameras erkennen automatisiert, ob Lenker während der Fahrt ein Smartphone verwenden. Ein möglicher Verstoß wird anschließend von Polizeibeamten überprüft. Erst danach steht fest, ob tatsächlich eine Strafe gerechtfertigt ist. Für den Einsatz in Österreich müsste allerdings die Straßenverkehrsordnung geändert werden.
Wie gefährlich Ablenkung am Steuer sein kann, zeigen Zahlen aus Vorarlberg. Laut einer Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der Statistik Austria war Ablenkung im Vorjahr dort die häufigste Ursache für Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Jeder dritte Unfall sei darauf zurückzuführen gewesen. Insgesamt wurden bei solchen Unfällen 894 Menschen verletzt, drei davon tödlich.
Österreichweit registrierte die Statistik 12.882 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, die durch Ablenkung und Unachtsamkeit verursacht wurden. Dabei können unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Der VCÖ sieht vor allem die Smartphone-Nutzung während der Fahrt als zunehmendes Sicherheitsproblem.
Im Vorjahr erwischte die Polizei österreichweit 112.317 Lenkerinnen und Lenker mit dem Handy am Steuer. In Vorarlberg waren es 4.381. Zum Vergleich: 2024 wurden dort 4.668 Personen angezeigt beziehungsweise erwischt, 2023 waren es 3.656.
Der VCÖ geht davon aus, dass die registrierten Fälle nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Verstöße ausmachen. Die Organisation fordert deshalb bessere Kontrollmöglichkeiten. Viele würden noch immer unterschätzen, wie stark Telefonieren oder das Lesen von Nachrichten die Aufmerksamkeit beeinträchtigt.
Wer Nachrichten am Handy liest, ist laut den vom VCÖ angeführten Untersuchungen rund zwei Sekunden im Blindflug unterwegs. Bei 50 km/h legt ein Auto in dieser Zeit fast 30 Meter zurück. Die VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk warnt außerdem vor den Folgen: Wer mit dem Handy am Ohr telefoniere, reagiere ähnlich schlecht wie ein Lenker mit 0,8 Promille Alkohol im Blut.
Für den VCÖ ist daher klar: Die rechtlichen Grundlagen für Handy-Blitzer sollen auch in Österreich geschaffen werden. Bis dahin bleibt es bei den bisherigen Kontrollen durch die Exekutive.