Schicksalhafter Schultag – was wie eine normale Unterrichtsstunde begann, endete für die damals 19-jährige Sandra Tiefnig tragisch. Mitten während des Schultages hörte ihr Herz auf zu schlagen. Zwei Mitschülerinnen leisteten als ausgebildete Ersthelferinnen medizinische Unterstützung, retteten der Teenagerin so das Leben.
Insgesamt 27 mal musste die Schülerin dann von den Rettungskräften durch Elektroschocks wiederbelebt werden. "Ich lag drei Wochen lang im Koma. Als ich aufgewacht bin, habe ich mich an nichts mehr erinnert", schildert sie im "Heute"-Talk. Besonders schlimm für Sandra: die heute 32-Jährige erkannte ihre Familie nicht mehr. "Meine Eltern waren fremde Leute für mich", sagt sie.
Nicht nur alle Erinnerungen waren weg, Sandra verlor auch ihre Sprache. "Ich habe mich einfach nur leer gefühlt", so die gebürtige Kärntnerin. Kindheitserinnerungen hat sie bis heute keine mehr – alles, was sie über ihr früheres Leben weiß, mussten ihr ihre Eltern wieder erzählen. Zu dem psychischen Schock kamen dann immer weitere Operationen und Zwischenfälle im Spital – für die Kärntnerin eine regelrechte Tortur.
Monatelang kämpfte sich Sandra mit Hilfe einer Logopädin zurück ins Sprechen. "Ich habe manchmal noch immer Wortfindungsstörungen", sagt sie offen. Auch merkt sie bis heute, dass ihre Kräfte schneller nachlassen als früher.
Ihre Erlebnisse sowie ihren Weg zurück ins Leben hielt Tiefnig in ihrem Buch "Das Mädchen ohne Gestern – wie ich alles vergaß und mich selbst neu fand" fest. "Ich möchte damit allen Hoffnung machen, die sie brauchen", so die Autorin. Nach ihren Erlebnissen ist ihr eines besonders wichtig: "Durch mein Buch haben sich viele zum Erste-Hilfe-Kurs angemeldet. Mir hat das damals das Leben gerettet."